Symbolbild
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Die saarländische Wirtschaft steckt fest. Trotz einzelner Lichtblicke in der Stahl- und Rüstungsindustrie gelingt es der Konjunktur an der Saar nicht, aus dem Tal der vergangenen Jahre herauszufinden. Das zeigt die aktuelle Mai-Umfrage der IHK Saarland, an der sich rund 300 Unternehmen mit insgesamt gut 90.000 Beschäftigten beteiligt haben. Der IHK-Lageindikator verharrt bei 3,6 Punkten – weit unter seinem langfristigen Durchschnitt. Und auch wenn sich die Geschäftserwartungen minimal aufgehellt haben, bleibt der Blick nach vorn überwiegend düster.

IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Thomé macht vor allem die geopolitischen Verwerfungen für die anhaltende Schwäche verantwortlich. „Der anhaltende Konflikt am Persischen Golf belastet Unternehmen und Verbraucher unmittelbar: höhere Öl- und Gaspreise, Verwerfungen an den Finanzmärkten und gestörte Lieferketten treiben die Kosten und bremsen Investitionen wie Konsum“, sagte Thomé. Selbst ein baldiges Ende des Iran-Kriegs werde die Folgen bei Energiepreisen, Rohstoffen und Lieferketten nicht schnell beseitigen. Die zusätzlichen staatlichen Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung könnten die Probleme allenfalls kurzfristig überdecken, aber keinen echten Aufschwung ersetzen.

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Der Erwartungsindikator der IHK stieg zwar um 1,7 Punkte, liegt mit minus 13,0 Zählern aber weiterhin klar im negativen Bereich. Nur vier Prozent der befragten Unternehmen rechnen in den kommenden Monaten mit besseren Geschäften, während 17 Prozent eine Verschlechterung erwarten. Die große Mehrheit von 79 Prozent geht davon aus, dass sich an der aktuellen Lage nichts Wesentliches ändert. Erste positive Impulse bei den Erwartungen kommen immerhin aus der Elektroindustrie – ein zaghaftes Signal, das die Gesamtstimmung jedoch kaum zu drehen vermag.

Bei der Einschätzung der aktuellen Geschäftslage ergibt sich ein gemischtes Bild. 26 Prozent der Unternehmen bewerten ihre Situation als gut oder sehr gut, 52 Prozent als befriedigend und 22 Prozent als schlecht. Im Verarbeitenden Gewerbe profitiert die Bauwirtschaft von öffentlichen Aufträgen, während Branchen wie das Ernährungsgewerbe, der Stahlbau, der Maschinen- und Anlagenbau, die Medizintechnik und weite Teile der Automobilzulieferindustrie überwiegend auf befriedigendem Niveau operieren. Die Metallerzeugung und Stahlindustrie haben sich zuletzt etwas stabilisiert, getragen von Nachholeffekten und höheren Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung. Deutlich angespannt bleibt die Lage dagegen in der Gummi- und Kunststoffindustrie sowie in den Gießereien.

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Im Dienstleistungssektor berichten 73 Prozent der Unternehmen von guten oder zumindest befriedigenden Geschäften. Die IT-Branche entwickelt sich weiterhin robust, während der Finanzsektor, unternehmensnahe Dienstleister sowie Hotellerie und Gastronomie ihre Lage überwiegend als befriedigend einschätzen. Härter trifft es den Handel: Hohe Kraftstoffpreise und die allgemeine wirtschaftliche Verunsicherung drücken auf die Kauflaune der Verbraucher und schlagen dort deutlich auf die Umsätze durch.

Thomé fordert angesichts dieser Gemengelage einen entschlossenen wirtschaftspolitischen Kurswechsel. „Nach drei Jahren Rezession und Stagnation droht Deutschland ein weiteres verlorenes Jahr“, warnte er. Viele Unternehmen hätten längst das Vertrauen verloren, dass sich die Rahmenbedingungen rasch verbessern. Zu hoch seien die Belastungen durch Energiekosten, Bürokratie, langwierige Genehmigungsverfahren, hohe Abgaben und immer neue Regulierung. Gerade der Mittelstand und familiengeführte Betriebe stießen zunehmend an ihre Grenzen, während der internationale Wettbewerb um Investitionen und Wertschöpfung härter werde.

Seine Forderungsliste ist lang und klar: niedrigere Lohnnebenkosten, weniger Bürokratie, wettbewerbsfähige Energiepreise und spürbare steuerliche Entlastungen. „Spätestens im Sommer müssen die Reformen auf den Weg gebracht werden. Ein weiteres Zögern können wir uns nicht leisten“, betonte der IHK-Hauptgeschäftsführer. Was jetzt zähle, sei ein wirtschaftspolitisches Umfeld, das Unternehmertum stärke, Investitionen erleichtere und den Betrieben wieder Luft zum Wachsen gebe. Nur mit mehr Dynamik und neuem Vertrauen in den Standort Deutschland ließen sich Wohlstand und Zukunftsfähigkeit dauerhaft sichern.

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