(v. l.): Kreisbrandmeister Thomas Hauck, der stellvertretende Kommandeur des Landeskommandos der Bundeswehr Michael German, Landrat Dr. Theophil Gallo, der Blieskasteler Bürgermeister Bernd Hertzler, Kreisbrandinspekteur Uwe Wagner, Branddirektor Torsten Gräser und der Leiter der Katastrophenschutzbehörde Andreas Motsch. - Foto: Sandra Brettar

Arbeitskreis Stromausfall im Saarpfalz-Kreis, der seit Mai 2013 besteht, setzt sich intensiv mit jenen Vorkehrungen auseinander, die zu treffen sind, sollte es in der Region zu einer längerfristigen Unterbrechung der Stromzufuhr kommen. Zielsetzung dabei ist es, die Auswirkungen eines größeren Stromausfalls minimieren zu können. Ein unwahrscheinliches Szenario? Nun, die Praxis bewies vor fast einem Jahr das Gegenteil. Beim so genannten „Blackout“ im Stadtteil Köpenick im Februar 2019, der über 31 Stunden andauerte, spricht man vom großflächigsten und längsten Stromausfall in Berlin seit Jahrzehnten.

Was passierte genau und wie trat der Katastrophenschutz diesem Ereignis entgegen? Antworten aus erster Hand zu bekommen, war für den AK Stromausfall ein Gewinn. Branddirektor Torsten Gräser von der Berliner Feuerwehr, der den Katastrophenschutzeinsatz bei besagtem Blackout mit geleitet hatte, erklärte sich gerne zu einem Fachvortrag im St. Ingberter Feuerwehrgerätehaus bereit, um Details und flankierende Maßnahmen des Einsatzes zu erörtern.

Rund 90 Teilnehmende aus Feuerwesen, Katastrophenschutz und Hilfsorganisationen sowie politische Verantwortliche aus dem Saarland ließen es sich nicht nehmen, den aufschlussreichen Ausführungen des Branddirektors zu folgen. Nachdem eine Baufirma bei Bauarbeiten zwei 110-Kilovolt-Leitungen durchbohrt hatte, waren in besagtem Zeitraum insgesamt 32000 Haushalte und 2000 Gewerbetreibende ohne Stromzufuhr. Die DRK Klinik vor Ort kam schließlich nicht umhin, vorsorglich die Intensivstation zu evakuieren. Torsten Gräser thematisierte den Einsatz der Freiwilligen Feuerwehren wie auch der Berufsfeuerwehr, der Polizei und der weiteren Hilfsorganisationen, die Einrichtung des Krisenstabes, den Umgang mit Notstromaggregaten, das Vorhalten von Notunterkünften, die Anzahl der Rettungswagen und Feuerwehrfahrzeuge u. v. m. Es ging aber auch um Lehren und Konsequenzen, die der Berliner Katastrophenschutz aus dem Blackout ziehen musste.

Kreisbrandinspekteur Uwe Wagner, Leiter des AK Stromausfalls: „Berlin ist nun nicht der Saarpfalz-Kreis und umgekehrt. Daher ist der Maßnahmenkatalog auch nicht als Blaupause zu verwenden. Dennoch können wir uns durch die präzise Darstellung der Zusammenhänge ein besseres Bild von einem derartigen Prozedere machen. Dafür bin ich Branddirektor Torsten Gräser sehr dankbar. Im Saarpfalz-Kreis sind wir im Falle eines Blackouts relativ gut vorbereitet. Wenn wir jetzt Anregungen zum Nachbessern erhalten haben, ist das sehr wertvoll.“ Auch Dr. Theophil Gallo, der als Landrat einzig befugt ist, den Katastrophenfall zu erklären, zeigte sich angetan von der Veranstaltung: „Der Fachvortrag von Torsten Gräser, dem ich ausdrücklich für sein Kommen danke, hat gezeigt und bestätigt, dass wir zum Schutz unserer Bürgerinnen und Bürger und zum Schutz unserer Infrastruktur im Kreis die Bandbreite der Themen von Notfallplänen bis zu technischen und personellen Kapazitäten im Blick haben müssen. Es ist unsere Pflicht, für den Ernstfall gewappnet zu sein. Hier leistet der Arbeitskreis Stromausfall sehr gute Arbeit.“

Hintergrund:

Dem AK Stromausfall gehören die untere Katastrophenschutzbehörde, Fachberater aus dem Energiesektor, das Gesundheitsamt sowie Vertreter der zuständigen Energie- und Trinkwasserversorger für den Saarpfalz-Kreis an. Wer Fragen zum Thema Stromausfall hat, bekommt Auskunft über das Bürgertelefon (06841) 104-7000.

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