Im Sportzentrum Homburg-Erbach ist in den vergangenen Monaten ein zentraler Baustein für die Zukunft des Areals entstanden: Eine neue Heizzentrale auf Basis moderner Wärmepumpentechnik soll das große Gebäudeensemble künftig deutlich klimafreundlicher und effizienter versorgen. Am Sportzentrum kamen nun Vertreter aus Stadt, Politik und Fachplanung zusammen, um die Anlage offiziell vorzustellen und einen Blick auf die nächsten Schritte der geplanten Gesamtsanierung zu werfen.
Die Homburger Parkhaus- und Stadtbusgesellschaft mbH (HPS) hat die neue Heizzentrale in den zurückliegenden Monaten errichten lassen. Die Investition beläuft sich auf rund 1,5 Millionen Euro. Davon stammen 850.000 Euro aus Fördermitteln des Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung (BBSR). Die Kreis- und Universitätsstadt Homburg beteiligte sich mit 95.000 Euro an dem Projekt. Grundlage der Förderung ist das Programm Sport, Jugend und Kultur (SJK) des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, begleitet vom Projektträger Jülich (PtJ) des Forschungszentrums Jülich GmbH.
Oberbürgermeister Michael Forster begrüßte bei der Vorstellung der neuen Heizzentrale unter anderem Bürgermeister Manfred Rippel, den Sportbeauftragten Gerhard Wagner sowie aus dem Stadtrat MdL Pascal Conigliaro und Peter Fuchs. Er bedankte sich bei allen Beteiligten für die Zusammenarbeit. Besonders hob er HPS-Geschäftsführer Ralf Weber für die Projektleitung und dessen Team hervor, ebenso Prof. Franz Heinrich von der CFH GmbH als technischen Ideengeber und die ausführenden Firmen. Forster betonte die Bedeutung des Sportzentrums Homburg-Erbach für die Stadt und verwies auf die Notwendigkeit, die Sportanlagen instand zu halten und die Infrastruktur schrittweise zu sanieren.

Mit Blick auf die Technik der neuen Anlage erklärte der Oberbürgermeister, dass drei große externe Wärmepumpen künftig die Wärmeversorgung übernehmen, während vier weitere, kleinere Wärmepumpen für das Brauchwasser im Gebäude zuständig sind. Diese Lösung sei eine klimafreundliche und nachhaltige Investition. Die Effizienz werde nach Abschluss der geplanten Gesamtsanierung durch eine Photovoltaikanlage mit Speicher noch einmal deutlich steigen. In diesem Zusammenhang sagte Michael Forster: „Diese moderne Heizungsanlage ist der erste Schritt für die Gesamtsanierung des Sportzentrums in den kommenden Jahren.“ Zugleich machte er deutlich, dass der Fortschritt der Sanierung von den verfügbaren finanziellen Mitteln abhängen werde. Den Gesamtbedarf bezifferte er auf eine Größenordnung von 15 bis 20 Millionen Euro.
HPS-Geschäftsführer Ralf Weber nutzte die Präsentation, um sich bei den beteiligten Partnerfirmen zu bedanken. Er berichtete, dass er als Turner schon seit langer Zeit eine persönliche Verbindung zum Sportzentrum Erbach habe und es ein großer Zufall sei, nun über die HPS und das Beteiligungsmanagement der Stadt beruflich mit dem Gebäude befasst zu sein. Weber lobte den Verlauf des Projekts und konnte mitteilen, dass 95 Prozent der zugesagten Fördermittel bereits auf dem Konto eingegangen seien.

Der Sportbeigeordnete Gerhard Wagner erinnerte daran, dass der Stadtrat vor elf Jahren den Beschluss gefasst hatte, das Sportzentrum an die HPS GmbH zu verkaufen. Aus seiner Sicht habe sich diese Entscheidung als richtig erwiesen. Nun sei der Zeitpunkt gekommen, die Sanierung anzugehen, da es aktuell passende Förderprogramme gebe.
Prof. Franz Heinrich blickte bei der Vorstellung auf die lange Vorgeschichte des Projekts zurück. Er beschäftige sich seit 2013/14 mit der neuen Heizzentrale, sagte er. Die konkrete Umsetzung sei im Dezember 2024 gestartet und nach weniger als einem Jahr abgeschlossen worden. „Die voraussichtlich kältesten Wochen des Jahres im Januar und Februar werden zeigen, ob die Anlage entsprechend arbeitet“, sagte er. Anschließend erläuterte er die technischen Eckdaten: Früher habe es im Sportzentrum vier Heizkessel à 500 Watt gegeben. Heute reichten drei Wärmepumpen mit jeweils rund 100 Watt sowie ein Heizkessel als Backup für das Gebäude aus.
Der theoretisch berechnete Energiebedarf werde nach der vollständigen Sanierung bei nur noch rund 250 Watt liegen, so dass die Wärmepumpen dann ausreichend seien, erklärte Prof. Heinrich. Nach der Ertüchtigung des Dachs sei im Endausbau eine Photovoltaikanlage mit rund 530 kWp möglich. Etwa die Hälfte des dann selbst erzeugten Stroms könne voraussichtlich eingespeist oder an anderer Stelle genutzt werden. „Er halte es im günstigen Fall für möglich, diese weiteren Maßnahmen bis zum Ende des Jahrzehnts zu realisieren“, so Prof. Heinrich am Ende seiner Präsentation.



















