Start Politik&Wirtschaft Homburg | Der nächste Schritt am Vauban Carrée

Homburg | Der nächste Schritt am Vauban Carrée

Die Stadtverwaltung im Homburger Rathaus.

Zu einer Sondersitzung kam der Homburger Stadtrat am Montag zusammen. Hintergrund waren, in der dann doch mehrere Punkte umfassenden Tagesordnung, wichtige Entscheidungen rund um das geplante Vauban Carrée, die keinen zeitlichen Aufschub duldeten. 

Beraten wurde der Tagesordnungspunkt im nicht öffentlichen Teil der Sitzung. Konkret ging es um den Verkauf zweier Grundstücke: zum einen eine Fläche am geplanten Vaubaun Carrée und zum anderen gegenüber in der Gerberstraße ein Grundstück, welches zur Zeit als Parkplatz genutzt wird. Dem Vernehmen nach haben die Ratsmitglieder dem Verkauf zugestimmt. Damit hat das Projekt, dass seit anderthalb Jahrzehnten immer wieder im Gespräch ist, die nächste Hürde genommen. 

Das Thema stand schon bei der letzten Stadtratssitzungen auf der Tagesordnung, wurde aber nach langen Diskussionen nicht verabschiedet. Nachdem nun Vollzug gemeldet wurde, sollen nach der notariellen Beglaubigung des Verkaufs auch detailliertere Pläne über die Bebauung bekannt werden. Auf dem Vauban Carrée könnte ein Geschäftshaus mit Ladenzeile, Büros und Wohnungen entstehen. Zudem ist ein Parkhaus für die dann wegfallende Parkfläche möglich.

Neben dem Vauban Carrée standen im öffentlichen Teil weitere Punkte auf der Tagesordnung. Zum Einstieg thematisierte Katrin Lauer aus Beeden, Kandidatin der GRÜNEN für den kommenden Stadtrat, in der Einwohnerfragestunde die Schaumbildung auf dem Erbach. Hier verwies Bürgermeister Michael Forster auf die vergangenen Sitzungen: „Diese Problematik hatten wir schon zweimal im Stadtrat. Experten des LUA und des EVS waren anwesend, um die Fragen zu beantworten.“ Aus Sicht des Bürgermeister zielen die Fragen auch in die Zuständigkeit des LUA und EVS: „Deshalb haben wir dort um Stellungnahmen gebeten. Diese liegen aber noch nicht vor.“ 

In der Zwischenzeit hätte, so Katrin Lauer, der Geschäftsführer des EVS, Georg Jungmann, sowohl telefonisch als auch per Mail gegenüber Adam Schmitt, Gewässerökologe und Stadtratsmitglied der GRÜNEN in St.Ingbert, allerdings angegeben, dass der EVS mit der Schaumbildung nichts zu tun habe, die Ursache entsprechend im Homburger Kanalsystem – und damit in der Verantwortung der Stadt – zu suchen sei. Ab dem Punkt wurde es dann unübersichtlich, vermuteten doch einige Ratsmitglieder Wahlkampf hinter der Anfrage. „Hätte ich gewusst, dass das heute eine Wahlveranstaltung ist, hätte ich der Sondersitzung nicht zugestimmt“, so Axel Ulmcke (FWG). So blieb es dann auch bei dem Angebot der Stadtspitze, die Fragen von Katrin Lauer in den kommenden Tagen schriftlich zu beantworten.

Ein weitere Tagesordnungspunkt war die Teilnahme der Kreisstadt an dem Projekt „Smart Cities“. Hier bewirbt sich die Stadt um einen Zuschuss von 17,5 Millionen Euro, als Eigenmittel muss die Stadt 10 Prozent der Gesamtsumme beitragen. Unter dem Gesichtspunkt der finanziellen Lage der Stadt sicherlich ein wichtiges Projekt: denn mit den Mitteln aus dem Projekt kann das Thema „Stadtentwicklung und Digitalisierung“ mit Nachdruck vorangetrieben werden. Durch die positive Abstimmung im Rat hat die Kreisstadt zumindest mal ihren Hut in den Ring geworfen. 

Auch die Brücke an der Emilienruhe war ein Thema. Dabei handelt es sich um die Auszahlung von Geldern für den Bau der für 7,5 Tonnen ausgelegte Brücke. Soweit so unkritisch. Verwunderung löste bei Yvette Stoppiera-Wiebelt (GRÜNE) allerdings eine während der Bauzeit angelegte Notzufahrt, die über private (Wald-)Grundstücke führt: Auf zwei Jahre angelegt zahlt die Stadt an die betroffenen Anlieger 12.000 Euro pro Jahr! Bei der abschließenden Abstimmung stimmten die GRÜNE entsprechend gegen den Antrag.

Zum Abschluss der Sitzung wurde noch über das Waldstadion diskutiert. Hier ging es um ein Gutachtung zu der Sportstätte, das von der Stadt erstellt worden ist. Konkret geht es um eine mögliche Drittligatauglichkeit, aber auch grundlegende Sanierungsmaßnahmen des in die Jahre gekommenen Gebäudes. Bürgermeister Michael Forster: „Es gilt die Maxime Gründlichkeit vor Schnelligkeit. Wir sind mit dem Verein im Gespräch. Es muss solide geplant und solide finanziert sein.“ Den Vorwurf, die Stadt halte das Gutachten zurück, konterte Forster ebenfalls: „Es liegt nichts auf Eis! Wir sind mit Hochdruck dran! Aber, ich sag es jetzt mal polemisch, ein zweites Ludwigsparkstadion wird es nicht geben! Ich lasse mich da von niemandem treiben.“

 

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