Über 2000 Kinder strömten zur diesjährigen Teddy-Klinik im Homburger Saalbau. Dort konnten sie nicht nur ihre Kuscheltiere von geschultem Personal verarzten lassen, sondern auch viel über Körper und Gesundheit lernen. Den Kleinen machte das sichtlich Spaß.

„Mein Teddy hat sich beim Spielen ein Bein gebrochen“, schilderte Finja dem jungen Mann im weißen Kittel die Verletzung ihres Plüschbären Lucky. Genau für solche Fälle ist die Teddy-Klinik und so wurde zunächst einmal der Zustand des kleinen Bären untersucht. Da wurde mit der Lampe in die Augen geschaut und natürlich auch der Herzschlag mittels eines Stethoskops geprüft. Alles unter Beteiligung von Finja, die engagiert bei der Sache war.

Natürlich ist das alles Spaß und der steht bei der Teddy-Klinik auch im Vordergrund. Doch lernen die Kinder so auch, was bei einem Arztbesuch passiert. Dabei sind die Reaktionen der Kleinen durchaus unterschiedlich, wie Studentin Ina Starniske erklärt. „Manche sind sehr schüchtern, andere extrem aufgeregt.“

Studentin Annais Hurstel zeigt den Kindern mit einem echten Ultraschall-Gerät unter anderem Herz und Niere. Bild: Bill Titze.

Zumindest ein bisschen aufgeregt sind vielleicht auch die „Ärzte“, die sich um die Verletzungen der Kuscheltiere kümmern. Denn auch für sie ist das Ganze eine gute Übung, wie Studentin Starniske verdeutlicht. „Kinder sind schließlich auch Patienten. Hier kann man den Umgang mit ihnen üben.“ Das sieht auch Studentin Annais Hurstel so, die mit einem echten Ultraschallgerät Kindern Herz und Niere zeigt. „Man lernt zum Beispiel auch, einfach zu erklären, sodass die Kinder alles verstehen.“ Auch für das Einüben der Routine sei die Teddy-Klinik gut.

Teddy brechen sich nicht nur Beine oder Arme – auch die Zähne sollten untersucht werden. Bild: Bill Titze

Hurstel und Starniske sind zwei von 150 Studentinnen und Studenten, die sich an vier Tagen mit den Gebrechen der Kuscheltiere beschäftigten. Zwei Stunden dauert eine Schicht, über 2000 Kinder wurden betreut. Die meisten kommen mit ihren Kindergärten und Grundschulen, manche aber auch am Nachmittag mit ihren Eltern. Dabei sind die Kinder keineswegs ahnungslos, wie Starniske festgestellt hat. „Viele wissen bereits einige Sachen. So stellen manche bei ihren Kuscheltieren gar Hämorriden oder einen Schlaganfall fest.“ Die meisten der Tiere hätten jedoch ganz klassisch einen Bein- oder Armbruch.

Im Labor lernen die Kinder alles über Viren. Bild: Bill Titze,

Weniger eine Rolle spielt laut Starniske indes das Corona-Virus, das auch dafür sorgte, dass die Teddy-Klinik zwei Jahre aussetzen musste. Obwohl im sogenannten Labor durchaus die Möglichkeit bestünde, sich über allerhand Viren zu informieren. Den meisten Kindern dürfte es wohl wie vielen Erwachsenen gehen: Von Corona will man nichts mehr hören.

Ganz anders sieht das mit den Organen aus. Fasziniert beobachten die Kleinen die Teddy-OP-Show, bei der an einem Kuscheltier „herumgeschnibbelt“ wird. Nun ja, nicht ganz, schließlich hat der Teddy einen Reißverschluss, der nur aufgezogen werden muss, um verschiedene Organe freizulegen. Zuvor bekommt das Plüschtier aber natürlich noch zwei Spritzen, damit er von der OP nichts mitbekommt. Die Intubation durften die Kinder bei der rund 10-minütigen Operationen selbst übernehmen.

Im Ultraschall kann man die Bären aufs Genaueste durchleuchten. Bild: Bill Titze.

Generell ist es bei der Teddy-Klinik so, dass die Kinder oft selbst aktiv werden können. So zum Beispiel am Stand der Sehschule, der von Azubis der Einrichtung betreut wurde. Da durfte den Teddys in die Augen geleuchtet werden und auch mit Augenpflastern wurden die Bären ausgestattet. „Das sorgt auch dafür, dass sie so etwas bei anderen Kindern nicht mehr so unnormal finden“, sieht Ina Starniske darin auch einen pädagogischen Effekt. Letztlich geht es bei der Teddy-Klinik aber natürlich um den Spaß. Und so gibt es zum Abschluss auch ein „Teddy-Rezept“ mit der Verordnung einer „Kuscheltherapie“. Das dürften sich die Kinder nach einem solchen Arztbesuch nicht zweimal sagen lassen.

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