Antonia Niebergall und einer der "Lost Places" in Homburg: der Fliegenpilz im ehemaligen Freibad. - Foto: Bill Titze

Anfang des Jahres rief das Homburger Kulturamt den Foto-Wettbewerb „Homburger Welten“ ins Leben. Nun wurde eine Ausstellung mit den Werken der Sieger in den Schlossberghöhlen eröffnet. Zu sehen gibt es viel Natur – und den ein oder anderen Ort, der bei vielen schon in Vergessenheit geraten sein dürfte.

Eine Winter-Szenerie. Abweisende, kahle Bäume, ein stahlblauer Himmel, der von einer Wolkenfront bedrängt wird und weit und breit kein Mensch zu sehen. Und mittendrin ein riesiger Fliegenpilz, der sich wie ein Mahnmal gegen die fast schon sichtbare Kälte behauptet. Das alles ist auf einem Foto zu sehen, das Antonia Niebergall im Februar diesen Jahres in Homburg geschossen hat.

Bei dem ein oder anderen dürfte da vielleicht schon etwas klingeln, denn so viele große Fliegenpilze gibt es in Homburg nicht. Doch dürfte die Erinnerung diesen Ort eher mit Sonne und Spaß in Verbindung bringen, als mit einem eisigen Wintertag. Denn der Pilz steht im ehemaligen Homburger Freibad, das schon seit vielen Jahren keine Gäste mehr begrüßt.

Früher tollten dort Kinder und Jugendliche herum, im Februar war es Niebergall, die auf der Suche nach sogenannten „Lost Places“ war, also verlassenen Orten. „Ich suche gezielt nach solchen Plätzen“, erzählt die Frau, deren Bild nun in der Ausstellung „Homburger Welten“ zu sehen ist. „Über Internetrecherche oder Kontakte kommt man immer an passende Orte. Aber in diesem Fall wusste ich als gebürtige Homburgerin natürlich von diesem Pilz im ehemaligen Freibad.“

Dennoch musste sie sich natürlich erst einmal auf den Weg machen und den perfekten Moment abpassen. Zur Belohnung wurde ihr Foto zum Sieger in der Kategorie „Lost Places“ gekürt. Im Februar hatte das Kulturamt zu dem Foto-Wettbewerb aufgerufen, über 200 Bilder wurden eingesendet, 600 Bürger gaben ihre Stimme für ihren Favoriten ab. „Die Resonanz war wirklich überwältigend“, freut sich Ramona Magold vom Kulturamt, die den Wettbewerb initiiert hat. „Hintergrund war dabei die Pandemie, denn in der Veranstaltungsorganisation war von heute auf morgen Stillstand. Deshalb haben wir uns überlegt, was wir machen können, damit die Leute rausgehen.“

In vier Kategorien konnten Bürger Bilder einsenden und abstimmen: „Lost Places“, „Kulturleben“, „Natur pur“ und „Lieblingsplatz“. Während bei „Kulturleben“ eine Ansicht der Kneipe „Einhorn“ von Lea Preiser den Sieg davontrug, wählten die Homburger bei den „Lieblingsplätzen“ eine Naturaufnahme aus.

Carsten Schröder machte sich in seiner Mittagspause auf und schoss auf Schlossberg dieses Bild. – Foto: Bill Titze

Die steht in einem gewissen Kontrast zum verlassenen Fliegenpilz, denn die von Sonnenblumen gesäumte Wiese, die auf dem Bild zu sehen ist, liegt auf dem Schlossberg, wohl einem der Orte in der Stadt, wo die meisten Fotos geschossen werden. „Ich war in der Mittagspause unterwegs und wollte mein neues Weitwinkelobjektiv testen“, erzählt Carsten Schröder, der das Bild im Sommer des vergangenen Jahres geknipst hat. „Ich bin aber nicht auf Naturbilder festgelegt und fotografiere seit ich klein bin alles mögliche.“

Anders sieht das bei Myriam Metzger aus, die seit 15 Jahren als Hobbyfotografin aktiv ist und sich vor allem auf Motive aus der Natur spezialisiert hat. Dabei hat es ihr vor allem das Beeder Biotop angetan, wo auch ihre Aufnahme entstanden ist, die einen Storch vor dem Hintergrund des Vollmonds zeigt. „Ich war schon früh unterwegs und bin einfach auf gut Glück losgelaufen“, verrät Metzger, wie es zu dem Bild kam.

Frühaufsteherin: Myriam Metzger und ihr Schnappschuss aus dem Beeder Biotop. – Foto: Bill Titze

Neben den vier Siegerfotos, gibt es bis zum 29. August auch die zweit- und drittplatzierten Bilder in den Schlossberghöhlen zu entdecken. Und für alle, die danach vielleicht selbst Lust bekommen, sich am Fotoapparat zu probieren, hat Myriam Metzger genau den richtigen Tipp parat: „Man muss einfach nur rausgehen und es versuchen!“

 

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