Rund 215.900 Euro aus EU-Fördertöpfen fließen an saarländische Vereine und Schulen, die sich in grenzüberschreitenden Projekten innerhalb der Großregion engagieren. Das steht seit einer Sitzung des Entscheidungsgremiums des Programms Interreg Großregion fest, die in der saarländischen Staatskanzlei stattfand. Insgesamt erhielten 41 von 47 eingereichten Vorhaben grünes Licht – 15 davon mit Beteiligung saarländischer Akteure.
Der dritte Projektaufruf der laufenden Förderperiode zielte bewusst auf kleine, zivilgesellschaftlich getragene Initiativen, die den Austausch zwischen den Menschen in der Großregion stärken. Gemeint sind damit vor allem ehrenamtlich organisierte Gruppen, die bislang selten Zugang zu europäischen Fördermitteln hatten. Vereinfachte Antragsbedingungen und eine kostenfreie Beratung während des gesamten Prozesses sollen genau diese Hürde senken.
Die Bandbreite der genehmigten Projekte ist bemerkenswert: Unter den geförderten Vorhaben finden sich eine deutsch-französische Fahrradgroßveranstaltung, ein Schüleraustausch im Bereich Elektrotechnik, eine grenzüberschreitende Wanderung mit angeschlossenem Padel-Turnier, gemeinsame Chorkonzerte, die Entwicklung eines Audio-Walks sowie eine vertiefte Kooperation zwischen Künstlerinnen und Künstlern. Ob Sport, Kultur oder Bildung – die Vielfalt zeigt, wie breit das Interesse an der Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg aufgestellt ist.
Der Chef der Staatskanzlei und Europabevollmächtigte David Lindemann ordnete die Ergebnisse entsprechend ein: „Wieder einmal zeigen die Saarländerinnen und Saarländer, wie sehr ihnen die Großregion am Herzen liegt. Mit ihrem Engagement bringen sie wertvolle Impulse für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in unsere Region ein.“ Die Projektträger brächten Ideen hervor, die unmittelbar den Menschen auf beiden Seiten der Grenze zugutekämen. „Ich gratuliere den Projektträgern und bin gespannt auf die Ergebnisse!“, so Lindemann.
Bereits am 7. September öffnet die nächste Antragsrunde. Sie richtet sich erneut an Vereine, kleine Gemeinden, Genossenschaften, soziale Einrichtungen sowie Akteure aus Bildung und Kultur in der gesamten Großregion – also in Luxemburg, Wallonien, der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, Lothringen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Voraussetzung ist, dass mindestens zwei Partner aus wenigstens zwei verschiedenen EU-Mitgliedstaaten gemeinsam ein Projekt entwickeln.
Finanziell ist das Angebot attraktiv: Jedes genehmigte Kleinprojekt wird zu 90 Prozent durch Interreg Großregion finanziert, die maximale Fördersumme liegt bei 30.000 Euro pro Vorhaben. Wer einen Antrag stellen möchte, erhält durchgehend kostenfreie Beratung und Begleitung.
Hinter dem Programm steht die europäische territoriale Zusammenarbeit, besser bekannt unter dem Namen Interreg. Seit mehr als drei Jahrzehnten fördert die EU damit die grenzüberschreitende Kooperation in Bereichen wie Arbeitsmarkt, Verkehr, Bildung und Umweltschutz. Das Saarland ist neben Interreg Großregion auch an den Programmen Interreg Nordwesteuropa und Interreg Europe beteiligt – ein Netzwerk, das weit über die unmittelbare Nachbarschaft hinausreicht und lokalen Akteuren den Zugang zu europäischen Partnerschaften erleichtert.




















