Bürgermeister Christian Prech und Fachbereichsleiter Benjamin Schappe verschafften sich auch am Sonntag ein Bild von der Lage am Höcherberg. Dort war es tags zuvor zu nicht verantwortbaren Gruppenbildungen und Verkehrschaos gekommen. - Foto: Rosemarie Kappler

Wenn der Berg ruft…dann lass‘ ihn rufen! Das ist zurzeit die unausgesprochene Empfehlung, die so mancher Verwaltungschef am liebsten den Bürgern mit auf den Weg geben möchte. Denn diejenigen Bürgermeister, die vor ihrer Haustür in den letzten Tagen einen schneebedeckten Berg vorgefunden hatten, wurden danach von einem Berg an Problemen herausgefordert.

Blechkolonnen bahnten sich ihren Weg hoch auf Schaumberg, Peterberg, Erbeskopf und Dollberg und sorgten für ein Verkehrschaos. Weit schlimmer aber: Mit jedem gewonnenen Höhenmeter verloren viele Menschen die Erinnerung an die gerade erst gelernten Sicherheitsregeln, die die Corona-Pandemie ausbremsen sollen. In Gruppen wurden Schneewanderungen durchgeführt, und Familien taten sich haufenweise zusammen, um ihren Kindern ausgelassene Winterfreuden im Schnee zu gönnen. Der schneeweiße Übermut und die eiskalte Leichtsinnigkeit hat so manchen Bürgermeister aufgebracht. Die Zufahrten zu den Winterbergen wurden gesperrt.

Am Wochenende hat auch Bexbachs Bürgermeister Christian Prech in dieser Art reagieren müssen. „Es hatte Beschwerden von Anwohnern in Höchen gegeben, weil die ohnehin engen Straßen zugeparkt waren. Die Straße hoch auf den Höcherberg war auch zugestanden und hier gab es permanent brenzlige Ausweichsituationen. Auch hatten sich Spaziergänger bei mir beschwert, weil ihnen auf den Hauptwegen große Gruppen ohne Mundschutz entgegenkamen, und sie nicht vorbeiließen“, nannte Prech am Sonntag Beispiele dafür, warum er bereits am Tag zuvor die Sperrung der Höcherbergzufahrt verfügt hatte.

Am Samstag hätten Ordnungskräfte und Polizei rund 1200 Menschen auf dem Höcherberg gezählt. Viele davon in größeren Gruppen vereint ohne Einhaltung von Mindestabstand, ohne Maske. Das Schlimme sei gewesen, dass es überall auf den zur Rodelpiste umfunktionierten Wiesenhängen zu unkontrollierten Gruppenbildungen gekommen sei. „Gerade das ist für mich unverständlich. Wir tun alles Erdenkliche, dass im Bereich der Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen im Sinne der Eltern eine Durchmischung verhindert wird und dann sind es gerade Eltern, die solche Gruppenbildungen zulassen“, zeigt er wenig Verständnis für das, was am Wochenende auf dem Höcherberg los war. Es spreche überhaupt nichts dagegen, wenn Eltern mit ihren Kindern alleine irgendwo Schlitten fahren oder Schneemänner bauen. Aber mitten im Lockdown auf alle Sicherheitsregeln zu verzichten, das gehe gar nicht.

Von den akuten winterlichen Stressszenarien in echten Skiregionen ist Bexbach zwar weit entfernt, aber gegen das, was sich am Wochenende auf dem Höcherberg abgespielt hatte sah sich die Stadtverwaltung in der Pflicht zum Handeln. Die meisten, die hoch auf den Höcherberg wollten – das waren auch viele Besucher aus dem übrigen Saarland und der Pfalz – hatten Verständnis für die Maßnahme oder schraubten ihre Negativemotionen hangesichts der Absperrung herunter, wenn ihnen die Ordnungskräfte den Sinn der Maßnahme erläuterten. Viele waren auch direkt beruhigt, wenn ihnen gesagt wurde, dass sie natürlich zu Fuß hoch könnten, eben nur nicht mit dem Auto, weil das auf der schmalen Zufahrt vor allem für Kinder sehr gefährlich sei. In regelmäßigen Abständen durchstreiften Polizeibeamte und Ordnungskräfte die winterliche Landschaft um größere Gruppen aufzulösen.

Auf Sanktionen wurde am Wochenende erst einmal verzichtet. Stattdessen der Appell an die Vernunft und Einsichtigkeit. Sofern es weitere Schneefälle gibt wird die Absperrmaßnahme wohl wiederholt.

 

 

 

 

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