Hammer, Nägel und ein Laser für das passende Lokalkolorit: An der Südschule St. Ingbert ist der Internationale Tag der biologischen Vielfalt mit einer ungewöhnlich greifbaren Aktion begangen worden. Zwanzig Viertklässlerinnen und Viertklässler griffen selbst zum Werkzeug und zimmerten Nisthilfen, die schon bald heimischen Singvögeln ein Zuhause bieten sollen.
Der von den Vereinten Nationen ausgerufene Aktionstag findet jährlich am 22. Mai statt und rückt den Schutz der weltweiten Tier- und Pflanzenwelt in den Mittelpunkt. In St. Ingbert wurde dieser globale Anlass auf eine ganz praktische Ebene heruntergebrochen. Der Nachhaltigkeitsbeauftragte der Stadt, Claus Günther, hatte das Projekt gemeinsam mit dem NABU St. Ingbert und der Stadtverwaltung auf die Beine gestellt.
Die fertigen Kästen sind dabei kein beliebiges Bastelwerk, sondern präzise auf zwei konkrete Bewohner zugeschnitten. Mit einem Einflugloch von 32 Millimetern Durchmesser bieten sie genau jene Maße, die Kohlmeisen und Blaumeisen für ihre Brut bevorzugen. Als persönliche Note brachte Günther mit einem Laser das Logo „I Love IGB“ auf jeder Nisthilfe an – ein kleiner Gruß an die Stadt, der den ökologischen Nutzen mit lokaler Identität verknüpft.

„Nach der Brut ist vor der Brut“, brachte Barbara Böhme vom NABU St. Ingbert die Dringlichkeit auf den Punkt. Die Botschaft dahinter: Wer geeignete Quartiere erst dann anbietet, wenn die Vögel bereits auf Nistplatzsuche sind, kommt zu spät. Für die Anbringung wurde ein Standort gegenüber der Fideliswiese gewählt. Das naturnahe Umfeld liefert ein reiches Nahrungsangebot und damit beste Voraussetzungen, damit die kommenden Bruten erfolgreich aufgezogen werden können.
Auch aus der Stadtspitze gab es Rückenwind für das Engagement der Kinder. Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer und Ortsvorsteherin Irene Kaiser zeigten sich beeindruckt von der Arbeit der Viertklässler und hoben das gute Zusammenspiel der beteiligten Akteure hervor. Projekte wie dieses, so der Tenor, leisten doppelt etwas: Sie helfen heimischen Arten unmittelbar und vermitteln zugleich, was Nachhaltigkeit konkret bedeutet.
Genau diese Verbindung machte den Reiz der Aktion aus. Mit sichtbarem Eifer und erstaunlichem handwerklichem Geschick setzten die Schülerinnen und Schüler Brett für Brett zusammen. Was zurückbleibt, sind nicht nur stabile Nisthilfen am Rand der Fideliswiese, sondern auch die Erfahrung, dass Artenschutz keine abstrakte Forderung ist, sondern in St. Ingbert mit zwei Händen und ein paar guten Ideen beginnt.



















