Patrick Pfleger ist seit 2019 Bademeister in Kirkel. - Foto: Bill Titze

Es ist endlich soweit: Mit den ersten echten Sonnentagen des Jahres startet nun auch die Freibadsaison. In Kirkel und Limbach haben die beiden Bäder seit einigen Tagen geöffnet. Ein Besuch zeigt, dass in diesem Jahr einiges anders ist als sonst.

Ausweisabfrage, Formulare, prüfende Blicke – ein bisschen fühlt man sich wie auf dem Amt, wenn man das Solarfreibad in Limbach betreten möchte. Das bekommt auch gleich eine Frau mittleren Alters zu spüren. Von der Empfangsdame gefragt, ob sie eine Testbescheinigung dabei hat, muss sie zuerst einmal in den Tiefen des Handyspeichers suchen. Das dauert zwar ein wenig, ist an diesem sonnigen und ja, heißen Donnerstagmorgen kurz vor Mittag nicht sonderlich schlimm. Viel los ist nämlich nicht im Solarfreibad.

Und doch zeigt die Szene: Wer in diesem Sommer ins Freibad möchte, sollte nicht nur mit Badesachen und Sonnencreme bewaffnet sein, sondern auch mit negativem Corona-Testergebnis. Oder mit dem Impfausweis. Jedenfalls etwas, das man schnell zur Hand hat, um zu beweisen, dass man keine Ansteckungsgefahr darstellt. Ansonsten dürfte es lange Schlangen und böse Blicke an den Freibadeingängen geben. Zumal im Eingangsbereich im Gegensatz zum übrigen Gelände Maskenpflicht herrscht.

Der Betriebsleiter der Freibäder in Kirkel und Limbach, Udo Schwartz. – Foto: Bill Titze

„Auf die Mitarbeiter an der Kasse wird in diesem Sommer tatsächlich etwas mehr Arbeit zukommen“, sagt denn auch Udo Schwartz, Betriebsleiter der Bäder in Kirkel und Limbach. „Schließlich muss das alles kontrolliert werden.“ Was auch in Corona-Zeiten los sein kann, zeigte sich im letzten Jahr. Da kamen 30.000 bis 35.000 Gäste pro Bad in die Gemeinde. Laut Schwartz das fünftbeste Jahr seit 2003. „An drei, vier Tagen mussten die Leute sogar vor dem Eingang warten, weil wir die Maximalkapazität erreicht hatten.“ Dass im Corona-Jahr 2020 viel los war, lag für Schwartz eben auch zu einem großen Teil an der Pandemie selbst. „Die Leute wollten einfach mal raus und das man bei uns ohne Anmeldung kommen konnte, gab es auch einen Ansturm.“

Foto: Bill Titze

Auch in diesem Jahr braucht man sich in Limbach und Kirkel nicht extra anzumelden. Das kann von Vorteil sein, schließlich kann ist so auch mal ein spontaner Ausflug ins Freibad drin. Doch es kann eben auch sein, dass man an besonders heißen Tagen eine gewisse Wartezeit einkalkulieren muss. Denn wie 2020 darf auch in diesem Jahr wieder nur eine begrenzte Zahl an Wasserratten in die Freibäder. In Limbach sind 700 Menschen zugleich erlaubt, in Kirkel, aufgrund der größeren Fläche, 1000. Abstandhalten dürfte trotz dieser Beschränkungen nicht immer einfach sein. „Natürlich kontrollieren wir das, haben auch extra einen Sicherheitsdienst dafür. Aber gerade bei den Jüngeren ist das doch manchmal schwierig“, räumt der Betriebsleiter ein.

Gerade auch die betrifft eine weitere Maßnahme. Vorläufig ist nämlich das Drei-Meter-Brett noch gesperrt. Wo es normalerweise mehr oder wenige akrobatische Sprungeinlagen zu bestaunen gibt, machen nun Aquajogger ihre Meter. Denn das Sprungbecken ist derzeit genau für die reserviert. Dafür gibt es ab diesem Jahr für die Kleineren eine neue Rutsche mit einer kleinen Kletterwand, von der Exemplare in Kirkel und in Limbach aufgestellt wurden.

Noch mehr Spaß für die Kinder: die neue Rutsche in Kirkel. – Foto: Bill Titze

Zumindest an diesem Morgen werden dieses jedoch nicht großartig in Anspruch genommen. Nur einige wenige, vor allem ältere Besucher, schwimmen ihre Bahnen durch das 50-Meter-Becken, das in diesem Jahr drei Bahnen umfasst. Wirklich in die Quere kommt sich da niemand. Ähnlich sieht es auf den Liegewiesen aus. Und auch in den Duschen dürfte die Zugangsbeschränkung von zwei Personen noch nicht für längere Wartezeiten sorgen. Sonnenanbeter sind unter der Woche zur Mittagszeit schließlich auch in „normalen“ Jahren eher Mangelware. Das gilt auch für das Naturfreibad in Kirkel, wo sich der Besuch ebenfalls noch in engen Grenzen hält. Gerade einmal zwei einsame Schwimmer drehen dort ihre Runden.

Foto: Bill Titze

Dass das überhaupt möglich ist, liegt an der Vorarbeit, die seit März geleistet worden ist. Die unterscheidet sich zwischen den beiden Bädern, laut Betriebsleiter Schwartz, nicht groß – obwohl das Bad in Kirkel ein Naturbad ist. „Bei beiden lassen wir im Frühling ab und machen sauber. Ob das jetzt Kacheln wie in Limbach sind, oder der Kirkeler Betonboden, das nimmt sich nicht viel.“ Dann werde das Wasser wieder eingelassen, in Limbach freilich mit der nötigen Wasseraufbereitung. Normalerweise seien die Bäder dann für Mitte bis Ende Mai fertig. In diesem besonderen Jahr hat es zwar mit der Öffnung etwas länger gedauert. Doch das dürfte Freibadfans nun erst recht dazu anspornen, ins kühle Nass zu springen.

Öffnungszeiten in beiden Bädern: Mo-So, 9-20 Uhr

Eintrittspreise: Tageskarte für Erwachsene, 3,50 Euro; Tageskarte für Kinder von 6 bis 16 Jahren, 2 Euro

 

 

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