Die saarländische CDU-Landtagsfraktion erhöht den Druck auf die Landesregierung: Profifußballvereine sollen künftig für Polizeieinsätze bei Hochrisikospielen zur Kasse gebeten werden. Der Parlamentarische Geschäftsführer Raphael Schäfer machte am 19. Mai 2026 deutlich, dass aus seiner Sicht die Zeit des Abwartens vorbei sei. Bereits im Januar 2025 habe das Bundesverfassungsgericht den Ländern grünes Licht gegeben, Mehrkosten solcher Einsätze den Veranstaltern in Rechnung zu stellen. Seitdem fehle jede Grundlage, die Umsetzung weiter hinauszuzögern.
Hintergrund der Forderung ist die anhaltende Debatte über die Belastung der saarländischen Polizei an Spieltagen. Wenn an Wochenenden Hunderte Beamtinnen und Beamte für die Absicherung von Fußballpartien abgestellt werden, stehen sie für andere Aufgaben nicht zur Verfügung. Hinzu kommen erhebliche Kosten, die dem Land auch durch Unterstützungskräfte aus benachbarten Bundesländern entstehen. Schäfer hält es für ungerecht, dass die Allgemeinheit diese Rechnung allein begleicht, während der Profifußball mit kommerziellen Großveranstaltungen Millionenumsätze erzielt.
„Die Lage ist eindeutig. Es geht nicht mehr um die Frage, ob bei Hochrisikospielen eine Kostenerstattung kommen muss, sondern nur noch darum, wie sie rechtssicher, fair und praktikabel umgesetzt wird“, sagte Schäfer. Er betonte zugleich, dass der Dialog zwischen Innenministerium, Vereinen, Verband, Polizei und Fanvertretern richtig und wichtig sei. Allerdings dürfe dieser Austausch nicht zur Dauerschleife werden: „Am Ende zählen Ergebnisse.“
Der CDU-Politiker verlangt von der Landesregierung, nun konkrete Lösungen auf den Tisch zu legen. Denkbar sei entweder eine eigenständige saarländische Regelung oder eine bundesweit abgestimmte Lösung, die allerdings zügig kommen müsse. Schäfer grenzte den Vorstoß bewusst ein: Es gehe ausdrücklich nicht um friedliche Fußballspiele, nicht um Amateurvereine und nicht um gewöhnliche Veranstaltungen. Im Fokus stünden ausschließlich kommerzielle Großereignisse mit erhöhtem Risikopotenzial, bei denen die Polizei übermäßig beansprucht werde. Eine Kostenbeteiligung der Veranstalter sei dort ein Gebot der Lastengerechtigkeit.
Wohin die Einnahmen fließen sollen, hat die CDU-Fraktion ebenfalls klar umrissen. Das Geld solle direkt der Polizei zugutekommen, etwa für zusätzliches Personal, bessere Ausstattung und eine angemessene Anerkennung der besonderen Belastungen, denen Einsatzkräfte an Spieltagen ausgesetzt sind. „Unsere Polizistinnen und Polizisten brauchen nicht nur warme Worte, sondern endlich spürbare Entlastung“, formulierte Schäfer. Mit dieser Forderung positioniert sich die Oppositionsfraktion in einer Debatte, die weit über das Saarland hinausreicht. Seit dem Karlsruher Urteil ringen mehrere Bundesländer mit der Frage, ob und wie sie den Profifußball an den Sicherheitskosten beteiligen. Bremen hatte als erstes Land eine entsprechende Gebührenregelung eingeführt und damit den Rechtsstreit ausgelöst, den das Bundesverfassungsgericht zugunsten des Landes entschied. Im Saarland drängt die CDU nun darauf, dass aus dem juristischen Spielraum auch politische Praxis wird.



















