Symbolbild
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Ein 25-fach höheres Risiko, im Straßenverkehr ums Leben zu kommen – diese Zahl bringt das Problem auf den Punkt. Wer mit dem Motorrad unterwegs ist, lebt statistisch deutlich gefährlicher als jeder Autofahrer. Genau hier setzt der bundesweite Tag der Verkehrssicherheit am Samstag, dem 20. Juni 2026, an. Unter dem Leitsatz „Zwei Räder, ein Ziel: Null Unfälle“ rückt der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) in diesem Jahr die verletzlichste Gruppe motorisierter Verkehrsteilnehmender ins Zentrum.

Der Aktionstag, den der DVR seit 2005 jährlich am dritten Juni-Samstag ausruft, wird auch 2026 wieder von einem breiten Bündnis getragen. Polizeibehörden, Verkehrswachten, Schulen und Kommunen beteiligen sich mit eigenen Veranstaltungen und Aktionen quer durch die Republik. Begleitend stellt der DVR ab sofort ein Social-Media-Kit auf der Website tag-der-verkehrssicherheit.de bereit, mit dem Organisationen und Initiativen die Botschaft auf eigenen Kanälen verstärken können – unter den Hashtags #TagDerVerkehrssicherheit, #TdV2026 und #VisionZero.

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Die Dringlichkeit lässt sich an einer einzigen Zahl ablesen: Im Jahr 2024 saß jeder fünfte im deutschen Straßenverkehr Getötete auf einem Motorrad. Während bei Pkw, Lkw und Bussen über Jahrzehnte gewaltige Sicherheitsfortschritte erzielt wurden, bleibt die Bilanz für motorisierte Zweiräder bedrückend. „Jeder schwere Motorradunfall ist einer zu viel – und fast immer vermeidbar“, betont DVR-Präsident Manfred Wirsch. Sicher anzukommen, so Wirsch, gelinge nur, wenn alle Beteiligten achtsam und rücksichtsvoll unterwegs seien.

Doch Appelle an die Vernunft reichen aus Sicht des Verbandes längst nicht aus. „Sicherheit darf kein Privileg der Mehrheit im Auto sein – sie ist ein Grundrecht aller Verkehrsteilnehmenden, unabhängig davon, auf wie vielen Rädern sie unterwegs sind“, so Wirsch weiter. Neben Rücksicht brauche es entschlossenes politisches Handeln. Konkret fordert der DVR die Bundesregierung auf, sich auf europäischer Ebene für eine Pflicht zum automatischen Notrufsystem eCall auch bei Motorrädern stark zu machen.

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Hinzu kommen weitere technische Hebel: Analog zu den Vorschriften für Autos, Lkw und Busse sollen verbindliche europäische und nationale Ausrüstungsregeln für moderne Assistenzsysteme greifen, etwa für das Kurven-Antiblockiersystem. Auch die digitale Vernetzung zwischen Fahrzeugen und Infrastruktur müsse Zweiräder einbeziehen, um deren Wahrnehmbarkeit zu erhöhen. Parallel sieht der DVR Länder und Kommunen in der Pflicht, eine fehlerverzeihende Infrastruktur zu schaffen – mit klar erkennbaren Kurvenverläufen, hindernisfreien Seitenräumen, Schutzplanken mit Unterfahrschutz und griffigen Fahrbahnen. Als Leitlinie dient das Merkblatt MVMot.

Ein besonderes Augenmerk legt der Verband auf Unfallschwerpunkte. Diese sollten systematisch analysiert und gezielt entschärft werden. Zudem dringt der DVR darauf, die in Nordrhein-Westfalen erfolgreich getesteten ellipsenförmigen Fahrbahnmarkierungen für Motorradfahrende bundesweit verkehrsrechtlich zuzulassen.

Sichtbar wird der DVR am Aktionstag selbst gleich an zwei prominenten Standorten. In Bergisch Gladbach öffnet die Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt) in der Brüderstraße 53 von 11 bis 17 Uhr ihre Türen. In Halle 5 informiert der DVR über die Kampagne „Runter vom Gas“, begleitet von der Cannabis-Themeninsel „High fährt nicht. High lässt fahren“ mit E-Scooter-Simulator, Rauschparcours und Quiz. Um 12.10 Uhr diskutieren auf der Bühne Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder, DVR-Präsident Manfred Wirsch und BASt-Präsident Prof. Dr. Markus Oeser in der Talkrunde „Im Dienste der Verkehrssicherheit“, moderiert von Mirjam Stegherr.

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Zeitgleich präsentiert sich der DVR beim Tag der offenen Tür der Bundesregierung am 20. und 21. Juni 2026 im Bundesministerium für Verkehr in der Invalidenstraße 44 in Berlin. Von 10 bis 18 Uhr erwartet die Besucherinnen und Besucher dort ein Informationsstand mit Fotokabine, Kugellabyrinth und einem interaktiven Unfallursachen-Ranking – Angebote, die Verkehrssicherheit greifbar machen sollen, lange bevor es zu spät ist.

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