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Deutschland steht vor einem doppelten Kraftakt im Energiesystem: Während der Wasserstoffmarkt langsamer anläuft als erhofft, drängt der Aufbau der dazugehörigen Transportwege weiter voran. Die Bundesnetzagentur hat dazu jetzt die Konsultation für den zweiten Entwurf des Netzentwicklungsplans Gas und Wasserstoff 2025-2037/2045 eröffnet. Bis zum 10. Juli 2026 können Stellungnahmen eingereicht werden.

„Der Netzentwicklungsplan Gas und Wasserstoff ist ein zentrales Instrument zur Sicherstellung einer zuverlässigen und zukunftsfähigen Energieversorgung in Deutschland“, betont Behördenpräsident Klaus Müller. Er räumt zugleich ein, dass der schleppende Markthochlauf von Wasserstoff eine ernstzunehmende Hürde darstelle. Dennoch führe an einer leistungsfähigen Infrastruktur kein Weg vorbei, wenn das Energiesystem klimaneutral werden solle.

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Den aktuellen Entwurf hatten die Fernleitungsnetzbetreiber gemeinsam mit den regulierten Wasserstofftransportnetzbetreibern am 1. Juni 2026 vorgelegt. Grundlage bildet der bereits genehmigte Szenariorahmen, der unterschiedliche Entwicklungspfade für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft abbildet. Auf dieser Basis haben die Unternehmen ihre Planungen überarbeitet und konkretisiert.

Für das künftige Wasserstoffnetz sieht der Vorschlag bis zum Jahr 2037 eine Länge von 9.241 Kilometern vor. Damit bewegt sich der Ausbau in etwa auf dem Niveau des bereits genehmigten Kernnetzes von 9.040 Kilometern. Die veranschlagten Gesamtkosten für die geplanten Wasserstoffmaßnahmen belaufen sich auf 24,3 Milliarden Euro – eine Investition, die Angebot und Nachfrage künftiger Wasserstoffmengen überhaupt erst zusammenbringen soll.

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Parallel dazu rückt die Frage in den Mittelpunkt, wie viel Erdgasinfrastruktur Deutschland in der Übergangsphase noch braucht. Langfristig wird der Transportbedarf für Erdgas im Zuge der Dekarbonisierung sinken, sodass nicht mehr benötigte Leitungen schrittweise auf Wasserstoff umgestellt werden können. Kurzfristig allerdings, so der Plan, könnten einzelne Ausbauten weiter nötig sein, um Kraftwerke und industrielle Großverbraucher zuverlässig zu versorgen.

Der Vorschlag der Netzbetreiber stützt sich dabei überwiegend auf Maßnahmen, die bereits im vorhergehenden Netzentwicklungsplan Gas 2022-2032 bestätigt wurden. Rund 672 Kilometer Leitung sind vorgesehen, die Gesamtkosten beziffern die Unternehmen mit 2,9 Milliarden Euro. Damit setzt der Plan auf Kontinuität, ohne neue Schwerpunkte in der Erdgasinfrastruktur zu eröffnen.

Bevor die Bundesnetzagentur den Plan endgültig bestätigt, durchläuft der Entwurf eine intensive Prüfung. In diese fließen auch die Stellungnahmen ein, die im Rahmen der laufenden Konsultation eingehen. Der vollständige Entwurf ist auf der Internetseite der Behörde unter der Adresse bundesnetzagentur.de/gasnetzentwicklung einsehbar.

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Für alle, die sich vertieft mit den Inhalten auseinandersetzen wollen, richtet die Behörde am 25. Juni 2026 zudem eine Online-Konsultationsveranstaltung aus. Dort stellen die Verantwortlichen den zweiten Entwurf vor und beantworten Rückfragen. Die Anmeldung ist über das Webex-Portal der Bundesnetzagentur ab sofort möglich.

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