Mit "Die Blaue Freiheit" feiert die Homburger Künstlerin Julia Johannsen den vierten Geburtstag ihres Ateliers in der Saarbrücker Straße. - Foto Bill Titze

Die Galerie von Julia Johannsen in der Saarbrücker Straße feiert Geburtstag: Seit vier Jahren beleben die Kunstwerke der Homburger Künstlerin nun schon die Altstadt. Zu diesem Anlass wird nun kommende Woche Mittwoch die nächste Ausstellung eröffnet. Thema: „Blaue Freiheit“. Mit HOMBURG1 hat Johannsen darüber gesprochen, was die Gäste erwartet – und welchen Einfluss Corona auf ihre Galerie hatte. 

Wer derzeit die Galerie von Julia Johannsen betritt, sieht rot. Das liegt nicht etwa daran, dass der Raum für die neue Ausstellung in Signalfarbe gestrichen wäre oder die Kunstwerke in irgendeiner Form Stressgefühle auslösen würden. Nein, der Grund ist deutlich banaler: Johannsen hat ein Bild in Rot gemalt und dieses direkt gegenüber der Eingangstür positioniert.

Nun wäre das im Grunde nichts Ungewöhnliches. Wieso sollte eine Künstlerin schließlich nicht in dieser Farbe malen? Doch bei der 32-jährigen Homburgerin sorgt das doch etwas für Verwunderung. Schließlich kommt die neue Ausstellung, die am Mittwoch mit einer Vernissage eröffnet wird, mit dem Label „Blaue Freiheit“ daher. Und auch ansonsten beherrscht bei Johannsen im Normalfall die Farbe Blau die Werke.

„Da habe ich mir einfach mal die Freiheit genommen, rot zu malen“, sagt Johannsen im HOMBURG1-Gespräch lachend. „Das ist schon okay, schließlich habe ich für die anderen Bilder wieder blau benutzt.“ In der Tat sollte man sich vom ersten Eindruck nicht täuschen lassen. Denn abgesehen vom Bild im Eingangsraum sieht man bei einem kleinen Rundgang durch die Ausstellungsräume doch wieder viel von Johannsens Lieblingsfarbe.

Wenn man sich mit der Künstlerin unterhält, wird auch schnell klar, woher die Faszination für die Farbe kommt. Denn vor allem das Phänomen „Himmel“ hat es ihr angetan. „Der ist immer da, egal was passiert in unserer Welt.“ Aber Himmel ist dennoch nicht gleich Himmel, weshalb die Künstlerin auch gerne auf Reisen geht, um neue „Wolkenmeere“ zu sehen, wie sie sagt. „In Homburg ist der anders als beispielsweise im hohen Norden. Dort ist er richtig extrem blau und so kann man ihn dann auch ganz anders wahrnehmen.“

Während sich der Himmel auch in Corona-Zeiten nicht verändert hat, hat das Atelier in der Pandemie durchaus eine Entwicklung erfahren. Natürlich, zur Inspirationssuche sei die Pandemie vielleicht nicht die beste Zeit gewesen, wie die 32-Jährige einräumt. Aber insgesamt blickt sie doch eher positiv auf die vergangenen Monate. Und das liegt in erster Linie an einer Aktion, die ihre ohnehin schon nicht kleine Anhängerschaft noch einmal erweitert und vor allem, das ist ihr wichtig, verändert hat.

„Während der Pandemie habe ich alle drei Tage ein neues Bild ins Schaufenster gestellt. Da kamen dann Leute vorbei und haben sich das angesehen, die vielleicht normalerweise nicht ins Atelier kommen würden.“ Und genau das, die Hemmschwelle in der Berührung mit Kunst zu senken, ist Johannsen spürbar wichtig. „Ich finde es einfach cool, wenn Leute vorbeikommen, die sich vorher nie für Kunst interessiert haben.“

Ob das auch bei der Vernissage am kommenden Mittwoch der Fall sein wird? Das bleibt natürlich abzuwarten. Zumindest bei den anderen Künstlern, die vertreten sein werden, ist schon mal einer dabei, der in Homburg bisher nicht unbedingt wegen seiner Kunst bekannt ist. Denn mit Professor Robert Bals wird jemand seine Werke zeigen, der im Hauptberuf an der Uniklinik als Lungenarzt tätig ist. „Ihn habe ich auf einer meiner Ausstellungen kennengelernt und habe mitbekommen, dass er wirklich tolle Naturfotografien macht.“ Dazu kommen noch Werke dreier Berliner Künstlerinnen und Künstler, die unter anderem eine Lichtinstallation und Astrofotografien präsentieren werden.

Doch was die Besucher ganz konkret erwartet, das bleibt natürlich noch weitgehend im Dunkeln. „Blaue Freiheit soll bedeuten, immer zu versuchen, für sich frei zu sein“, lässt die Homburgerin, die ihre Werke auch in Berlin ausstellt, noch Interpretationsspielraum. Wie dieser Anspruch schließlich künstlerisch aufgelöst wird, da hält sich Johannsen noch bedeckt. „Was das genau bedeutet, wird sich dann bei der Ausstellung zeigen.“

Die Gruppenausstellung „Blaue Freiheit“ wird am Mittwoch, den 21. Juli, um 17 Uhr, eröffnet. Coronabedingt ist eine Anmeldung erforderlich. 

 

 

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