Symbolbild
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Wenn TikTok, Instagram und Snapchat den Pausenhof dominieren, sind Schulen längst nicht mehr nur Lernorte, sondern auch Schauplatz digitaler Aushandlungsprozesse. Genau hier setzt die Bildungsministerkonferenz mit ihrer am 12. Juni 2026 verabschiedeten Erklärung zum Umgang mit Social Media im Schulalltag an. Aus Sicht des Digitalverbands Bitkom ist der Vorstoß überfällig – greift in seiner Verbindlichkeit aber zu kurz.

Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst nennt das Thema „herausragend wichtig“, vermisst in der Erklärung jedoch klare Festlegungen. Die Länder betonten zwar zu Recht, dass Medienkompetenz eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei. Doch gerade die besondere Verantwortung der Schulen werde im Papier nicht scharf genug konturiert, kritisiert Wintergerst. Statt eines weiteren Appells brauche es konkrete Standards, an denen sich Schulen, Lehrkräfte und Eltern bundesweit orientieren könnten.

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Wie groß der Handlungsdruck ist, zeigt eine repräsentative Bitkom-Befragung unter Eltern aus dem Jahr 2025. Demnach fühlt sich rund ein Viertel der befragten Mütter und Väter – konkret 23 Prozent – unsicher, wenn es darum geht, dem eigenen Kind Medien- und Digitalkompetenzen zu vermitteln. Damit hängt der Erwerb dieser Fähigkeiten weiterhin stark vom Elternhaus ab. Wer Glück hat, wächst mit digital versierten Bezugspersonen auf, wer nicht, bleibt auf Zufallswissen angewiesen.

Für Wintergerst ist deshalb klar: Mit einem weiteren Empfehlungspapier ist es nicht getan. Die Schulen bräuchten einen „systematischen Ansatz“, um die bestehenden Lücken in den Lehrplänen aller Bundesländer zu schließen. Medienbildung dürfe nicht länger als Nebenschauplatz einzelner engagierter Lehrkräfte verstanden werden, sondern müsse strukturell verankert sein.

Dazu gehört aus Sicht des Verbands auch eine gezielte Qualifizierung der Pädagoginnen und Pädagogen. Wer Schülerinnen und Schüler im Umgang mit Algorithmen, Desinformation oder digitalem Stress begleiten soll, benötigt selbst belastbare Kompetenzen und passende Fortbildungsangebote. Medienbildung, so die Forderung, müsse zudem fächerübergreifend gedacht werden – vom Deutschunterricht über die Politische Bildung bis zu den Naturwissenschaften.

Darüber hinaus mahnt der Bitkom einen klaren Fahrplan zur Einbindung außerschulischer Partner an. Initiativen, Vereine, Medienzentren und Unternehmen könnten Schulen praxisnah unterstützen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Bislang fehlt es vielerorts an strukturierten Kooperationen, an verbindlichen Ansprechpartnern und an einer abgestimmten Strategie.

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Die Botschaft des Verbands an die Bildungspolitik fällt damit ambivalent aus: Anerkennung für das Setzen des Themas auf die Agenda, verbunden mit dem deutlichen Hinweis, dass aus einer Erklärung nun konkrete Maßnahmen folgen müssen. Denn der Pausenhof von heute ist längst auch ein digitaler Raum – und der Umgang mit ihm entscheidet mit darüber, wie souverän die nächste Generation in einer durchdigitalisierten Gesellschaft agieren kann.

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