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Es ist eines der umstrittensten Infrastrukturprojekte in unserer Region – und das schon seit Jahrzehnten. Die geplante Umgehungsstraße B423 neu erhitzt die Gemüter und das dürfte sich in absehbarer Zeit auch nicht ändern. Denn wie der zuständige Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) auf HOMBURG1-Anfrage mitteilt, ist man weiterhin dabei, die Pläne für das Großprojekt zu überarbeiten.

Die Befürworter möchten die südlichen Homburger Stadtteile vom Verkehr entlasten, die Gegner fürchten unter anderem Umweltschäden im Beeder Naherholungsgebiet Mastau. Schon seit vielen Jahren sorgt das Bauprojekt B423 neu für Streit in der Stadt. Wie sehr die Bürger in den betroffenen Stadtteilen die geplante Umgehungsstraße bewegt, zeigt nicht zuletzt eine Zahl: Sage und schreibe rund 800 Einwendungen gingen ein, als die Planunterlagen im Sommer 2017 veröffentlicht wurden.

Abgearbeitet werden die vom Landesbetrieb für Straßenbau, der für das Projekt verantwortlich ist. In diesem Zusammenhang muss der LfS verschiedene Gutachten und Erhebungen durchführen. Unter anderem eine Verkehrszählung, deren Ergebnis im Laufe diesen Jahres vorliegen soll. Derzeit sei man dabei, die Planungsunterlagen zu überarbeiten und anzupassen, wie der LfS auf HOMBURG1-Anfrage mitteilt. Anschließend würden die geänderten Planunterlagen in das Planfeststellungsverfahren eingebracht und in den betroffenen Kommunen wieder zur Einsicht ausgelegt. „In dem Bekanntmachungstext werden die Modalitäten und Möglichkeiten, etwaige Einwendungen und Stellungnahmen zu den Änderungen abgeben zu können, zu gegebener Zeit mitgeteilt werden“, so der LfS.

Doch nicht nur die Einwendungen der Bürger haben Einfluss auf die Planungen. Denn es gibt noch eine weitere Infrastrukturmaßnahme, die in unmittelbarer Umgebung der B423 neu geplant ist: die Reaktivierung der Bahnstrecke von Homburg nach Zweibrücken. Teilweise würde die Bahnstrecke schließlich parallel zur Umgehungsstraße laufen. Deshalb sei eine Koordinierung mit der DB Netz AG erforderlich, erklärt der LfS. Aber auch die steckt noch im Anhörungsverfahren, die Planfeststellung ist dementsprechend auch bei der Bahn noch nicht abgeschlossen. Immerhin ist für die Bahnstrecke bereits ein halbwegs konkretes Datum für die Eröffnung angepeilt. Im Jahr 2025 sollen wieder Züge von Homburg nach Zweibrücken rollen.

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Demgegenüber steht bei B423 neu selbst der Baubeginn noch in den Sternen. Schließlich sind auch nach dem Abschluss des Planfeststellungsverfahren noch einige Schritte zu gehen. Dann müssen nämlich zunächst die Ausführungsplanung und die Ausschreibungsunterlagen erstellt werden, bevor das Vergabeverfahren gestartet werden kann. Und gebaut werden muss ja schließlich auch noch. So ist es kein Wunder, dass sich der LfS auf kein Datum festlegen will. „Zu einem möglichen Baubeginn kann derzeit noch keine belastbare Aussage getroffen werden.“ Die B423 neu wird also wohl auch in den kommenden Jahren für einige Diskussionen sorgen.

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