Asiatische Hornisse - Foto: Hardy Welker
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Obwohl die Asiatische Hornisse mittlerweile im gesamten Bundesgebiet als weit verbreitet gilt und die gesetzliche Beseitigungspflicht der Länder seit März 2025 entfallen ist, geht das Saarland einen eigenen Weg: Die Landesregierung hält freiwillig an der aktiven Bekämpfung der invasiven Art fest. Dafür haben das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) und der Velutina Netzwerk Saar e.V. (VNS) ihre Kooperationsvereinbarung im Februar 2026 bis Jahresende verlängert.

Die Zusammenarbeit folgt einem klaren Prinzip: Das LUA finanziert Verbrauchsmaterialien sowie den persönlichen Einsatz der Freiwilligen und stellt Schutzausrüstung und Gerätschaften leih- oder teilweise bereit. Die Nestbeseitigung selbst übernehmen die ehrenamtlichen Fachkräfte des Vereins – allerdings ohne Rechtsanspruch für Betroffene. Ob ein Nest entfernt wird, hängt von den Kapazitäten des Netzwerks und der Verhältnismäßigkeit ab. Wer nicht warten möchte, kann jederzeit auf eigene Kosten einen Schädlingsbekämpfer beauftragen.

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Der Verein hat seine Wurzeln in einer Informationskampagne, die der Landesverband Saarländischer Imker und die angeschlossenen Kreisverbände 2023 ins Leben riefen. Damals gründeten sie eine Task-Force-Gruppe, um Imkerinnen und Imkern im Umgang mit der seit 2021 im Saarland nachgewiesenen Vespa velutina nigrithorax beizustehen. Aus dem gesammelten Fachwissen, regelmäßigen Schulungen und dem Engagement vieler Beteiligter formierte sich 2024 schließlich der Velutina Netzwerk Saarland e.V. als eigenständige Organisation.

Für Bürgerinnen und Bürger, die ein Nest der Asiatischen Hornisse entdecken, steht ein überarbeitetes Online-Meldeportal unter www.velutina-saar.de bereit. Das Verfahren wurde deutlich vereinfacht: Gemeldet werden künftig ausschließlich Nester, nicht mehr einzelne Tiere. Ein automatischer Abgleich verhindert doppelte Einträge, und wer seinen GPS-Standort freigibt, ermöglicht eine präzise Lokalisierung. Über eine Referenznummer lässt sich der Bearbeitungsstatus jeder Meldung nachverfolgen. Zusätzlich zeigt eine Karte die Verteilung der Nester im Saarland – unter Wahrung des Datenschutzes.

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Die Asiatische Hornisse stammt ursprünglich aus Asien und ist in der Europäischen Union als invasive Art eingestuft. Außerhalb ihres natürlichen Lebensraums kann sie heimische Ökosysteme und die Landwirtschaft erheblich unter Druck setzen. Trotz intensiver Gegenmaßnahmen in den vergangenen Jahren gelang es weder im Saarland noch anderswo, ihre Ausbreitung wirksam einzudämmen. Seit März 2025 stuft der Bund die Art deshalb als weit verbreitet ein, womit die zuvor geltende Melde- und Beseitigungspflicht der Bundesländer erlosch.

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Wichtig zu wissen: Alle heimischen Wespenarten, einschließlich der Europäischen Hornisse, stehen unter gesetzlichem Schutz. Sie dürfen weder getötet noch gestört werden. Wer Hilfe bei der Umsiedlung einheimischer Wespen oder Hornissen benötigt, kann sich direkt an das LUA wenden. Weitere Informationen zum Unterschied zwischen Asiatischer und Europäischer Hornisse sowie zum richtigen Umgang mit Wespen finden sich auf der Website des saarländischen Umweltministeriums unter www.saarland.de/hornissen

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