Der Förderbescheid für das Projekt „inhAIrit“ wird an die Codigo GmbH übergeben. — Foto: MWIDE/C.S.
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Was passiert mit E-Mail-Konten, Online-Banking oder digitalen Dokumenten, wenn ein Mensch stirbt oder schwer erkrankt? Für Hinterbliebene ist diese Frage oft eine Belastung – denn Zugänge fehlen, Passwörter sind verloren, der Überblick ist dahin. Genau an diesem Punkt setzt ein saarländisches Unternehmen an, das nun kräftige Unterstützung vom Land erhält.

Die Codigo GmbH aus Saarbrücken arbeitet an einer Plattform namens „inhAIrit“, die den digitalen Nachlass rechtzeitig und sicher regeln soll. Das Wirtschaftsministerium fördert das Vorhaben mit rund 405.000 Euro. Den entsprechenden Zuwendungsbescheid übergab Staatssekretärin Elena Yorgova-Ramanauskas am Freitag, 30. Oktober, und machte sich zugleich ein Bild vom Stand der Entwicklung.

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„Unser Leben findet zunehmend digital statt“, betonte die Wirtschaftsstaatssekretärin. Umso bedeutsamer seien Lösungen, die persönliche Daten und digitale Werte schützen und ihre sichere Weitergabe ermöglichten. Mit der Förderung, so Yorgova-Ramanauskas, helfe das Land einem innovativen Unternehmen dabei, technologisches Know-how in eine marktfähige Anwendung zu übersetzen – ein Gewinn für den Digitalstandort und für künftige Geschäftsfelder.

Für Geschäftsführer Benjamin Wegemund trifft das Projekt einen Nerv. „Jeder Mensch hinterlässt ein Lebenswerk. Aber die wenigsten wissen, wie sie alles Wichtige für den Ernstfall richtig vorbereiten sollen“, erklärt er. Sein Unternehmen wolle Menschen mithilfe von Künstlicher Intelligenz, Fachwissen und passenden Vorlagen Schritt für Schritt durch die Vorsorge begleiten. Entscheidend sei dabei die Sicherheitstechnologie: Selbst für Codigo selbst sollen die hinterlegten Daten nicht einsehbar sein und im Ernstfall kontrolliert an die richtigen Personen gelangen.

Konkret können Nutzerinnen und Nutzer mit „inhAIrit“ wichtige Dokumente und Zugangsdaten verschlüsselt ablegen und selbst festlegen, wer im Notfall oder nach dem Tod darauf zugreifen darf. Mehrstufige Freigabeverfahren und moderne Verschlüsselung sollen unbefugten Zugriff verhindern, während ein KI-Assistent bei der Organisation hilft. Auch Notariate, Anwaltskanzleien und Steuerberatungen werden eingebunden. Nach dem Prinzip „Secure by Design“ sind Datenschutz und Sicherheit von Anfang an Teil der Entwicklung.

Das Projekt läuft bereits seit Februar 2025. Die Förderung deckt 45 Prozent der Gesamtkosten von rund 900.000 Euro ab und stammt aus Mitteln der Europäischen Union und des Saarlandes. Vergeben wird sie über das Zentrale Technologieprogramm Saar im Rahmen des EFRE-Programms Saarland 2021 bis 2027. Das Vorhaben verbindet die Zukunftsfelder Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und IT-Sicherheit – und soll eine Anwendung mit überregionalem Marktpotenzial sowie qualifizierte Arbeitsplätze im Saarland schaffen.

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