Das Saarland macht beim Klimaschutz schneller Boden gut als lange erwartet. Der erste Monitoringbericht der Landesregierung belegt, dass die Treibhausgasemissionen im Jahr 2023 mit etwa 13,4 Millionen Tonnen bereits um 53 Prozent unter dem Wert von 1990 lagen. Bis 2030 sollen sie laut aktuellen Projektionen um rund 65,5 Prozent sinken. Damit bleibt das gesetzlich verankerte Ziel von mindestens 65 Prozent Minderung in Reichweite.
Klimaministerin Petra Berg ordnet die Zahlen als Beleg für einen funktionierenden Kurs ein. „Klimaschutz ist für uns Zukunftsvorsorge. Eine starke Industrie mit guten Arbeitsplätzen und eine lebenswerte Heimat für kommende Generationen gehören zusammen“, erklärt sie. Der Bericht zeige, dass die eingeschlagene Modernisierung des Landes greife.
Am deutlichsten fällt der Fortschritt bei der Sonnenenergie aus. Seit 2020 hat sich die Leistung der Photovoltaik mehr als verdoppelt. Ende März waren bereits über 1.200 Megawatt installiert. Parallel dazu hat das Land die Genehmigungsverfahren für Windkraftanlagen spürbar beschleunigt. Mehr Strom aus heimischen Quellen, so Berg, verringere die Abhängigkeit von fossilen Importen und eröffne gerade Handwerk und Mittelstand neue wirtschaftliche Chancen.
Entscheidend für das Erreichen des Klimaziels bleibt jedoch der Umbau der saarländischen Stahlindustrie. Sie gilt als einer der wichtigsten Hebel und zugleich als Herzstück des Industriestandorts. „Wir wollen, dass auch in Zukunft Stahl an der Saar produziert wird – mit modernen Verfahren und deutlich weniger Emissionen“, betont die Ministerin. In Dillingen und Völklingen läuft die Umstellung auf emissionsärmere Produktion bereits.
Ein zentraler Baustein dafür ist die im August 2026 begonnene Wasserstoffleitung nach Dillingen. Gelingt der Umbau wie geplant, ließen sich im Jahr 2030 rund 2,3 Millionen Tonnen CO₂ allein in der Stahlerzeugung einsparen. Auch im Verkehrssektor stellt das Land die Weichen neu: Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2026 wird das S-Bahn-Konzept mit dem 20-Minuten-Takt im Kernnetz vollständig umgesetzt, dazu kommt eine neue Förderung für den Ausbau der Ladeinfrastruktur.
Der Blick reicht über 2030 hinaus. Die Projektionen deuten darauf hin, dass die Emissionen bis 2045 auf weniger als zehn Prozent des Niveaus von 1990 fallen können. Für schwer vermeidbare Restmengen werden weitere Ansätze geprüft, darunter die Abscheidung, Nutzung und Speicherung von CO₂.
Bevor der Bericht dem Landtag zugeleitet wird, nimmt ihn der gesetzlich vorgeschriebene Klimabeirat fachlich unter die Lupe. Dessen Empfehlungen sollen in die weitere Umsetzung und in die Fortschreibung des Klimaschutzkonzepts einfließen. Den vollständigen Monitoringbericht 2025 stellt das Land online zum Download bereit.




















