Germar Fischer übernimmt die Position des stellvertretenden Pflegedirektors im Klinikum Saarbrücken. — Foto: Klinikum Saarbrücken
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Wer sein Berufsleben plant, kalkuliert selten einen so weiten Umweg ein: Germar Fischer kam vor mehr als zwei Jahrzehnten ins Saarland, um an der Hochschule der Bildenden Künste Saar Kunst zu studieren. Doch statt an der Staffelei fand der gebürtige Berliner seine berufliche Heimat am Krankenbett. Seit dem 1. November führt der 52-Jährige den Titel des stellvertretenden Pflegedirektors im Klinikum Saarbrücken. Er übernimmt die Position von Myriam Weis, die in die Altersteilzeit gewechselt ist.

Der Weg dorthin begann 2002. Als examinierter Krankenpfleger zog Fischer mit seiner Familie an die Saar, das Kunststudium fest im Blick. Zunächst nahm er eine Stelle auf der Intensivstation 43 im Klinikum an, später bewarb er sich tatsächlich an der Kunsthochschule. Doch aus dem Studium wurde nichts. Stattdessen vertiefte er seine fachliche Expertise, absolvierte die Weiterbildung für Intensiv- und Anästhesiepflege und qualifizierte sich zur Stationsleitung.

Was folgte, war ein konsequenter Aufstieg im eigenen Haus. Nach 13 Jahren in der direkten Patientenversorgung übernahm Fischer 2015 die stellvertretende Leitung der Station 43. Zwei Jahre später startete er ein berufsbegleitendes Bachelorstudium im Pflegemanagement, ehe er 2019 als Bereichsleiter in die Pflegedirektion wechselte. Dort verantwortete er Stationen der Inneren Medizin, der Intensivmedizin und der Chirurgie, kümmerte sich um das internationale Recruiting von Pflegefachpersonen und trieb die Akademisierung des Berufs voran. In diesem Jahr kam mit dem Masterabschluss in Health Economics and Management ein weiterer akademischer Grad hinzu.

Den Bezug zur praktischen Arbeit hat Fischer bei all dem nie verloren. Während der Corona-Pandemie, als jede helfende Hand zählte, zog er erneut den blauen Kasack an und unterstützte die Teams im Beatmungszentrum des Klinikums bei der Versorgung schwer erkrankter Patientinnen und Patienten.

Seiner neuen Rolle sieht er mit Vorfreude, aber ohne Illusionen entgegen. „Ich freue mich auf die neue Aufgabe. Gleichzeitig weiß ich, dass die kommenden Jahre für die Pflege sehr herausfordernd werden“, sagt Fischer. Veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen und wirtschaftlicher Druck stellten die Kliniken vor große Aufgaben. Darin sieht er aber zugleich Chancen: „In meiner neuen Funktion kann ich strategisch mitwirken, Entwicklungen anstoßen und gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen aus der Praxis neue Wege eröffnen.“

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Entscheidungen von oben herab sind dabei nicht sein Stil. „Weiterentwicklung kann nur gemeinsam mit den Menschen gelingen, die jeden Tag in der Pflege arbeiten“, betont er. Thematisch will Fischer die Digitalisierung sowie den Einsatz Künstlicher Intelligenz und technischer Assistenzsysteme voranbringen, etwa intelligente Pflegewagen und robotische Helfer. Wichtig sei ihm, dass Technik einen echten Nutzen für Beschäftigte und Patienten bringe, nicht nur um ihrer selbst willen.

Einen besonderen Stellenwert räumt er der Personalentwicklung und den Stationsleitungen ein. „Sie führen ihre Teams im täglichen Betrieb, koordinieren Abläufe und tragen wesentlich zur Qualität der pflegerischen Versorgung bei. Das kann keine Bereichsleitung ersetzen“, so Fischer. Dass nicht jede notwendige Veränderung auf Beifall stoßen wird, ist ihm bewusst. „Ich weiß, dass ich auch Entscheidungen treffen muss, für die ich nicht nur Applaus bekommen werde. Umso wichtiger ist es, miteinander zu sprechen und einander zuzuhören.“

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