Symbolbild

Die Bereitschaftsdienstpraxis in Neunkirchen schließt zum Jahresende 2026 endgültig ihre Türen. Das hat die Kassenärztliche Vereinigung Saarland (KV) am Dienstag mitgeteilt. Hinter der Entscheidung stehen erhebliche finanzielle Einschnitte und eine politische Gemengelage, die den ärztlichen Bereitschaftsdienst im Land spürbar unter Druck setzt.

Um die Hintergründe zu verstehen, lohnt ein Blick zurück. Zum 1. Januar 2025 hatte die KV Saarland den Bereitschaftsdienst grundlegend umgebaut und sechs feste Standorte für sogenannte Bereitschaftsdienstpraxen definiert. Der Standort Neunkirchen fiel dabei aus dem Raster: Er wurde lediglich als Zweigstelle mit eingeschränkten Öffnungszeiten geführt – und das von Anfang an befristet bis zum 31. Dezember 2026.

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Diese Befristung wird nun nicht verlängert. Bereits im April 2026 hatte sich die Vertreterversammlung der KV mehrheitlich dagegen ausgesprochen, den Neunkircher Standort über das vereinbarte Datum hinaus weiterzuführen. Ausschlaggebend war die damals unklare politische Lage rund um das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz und die angekündigte Notfallreform.

Inzwischen sind diese Gesetze beschlossen – und ihre Folgen treffen die KV direkt. Die neuen Regelungen zur Stabilisierung der Krankenkassenfinanzen und zur Reform der Notfallversorgung kürzen die Mittel, mit denen die KV Saarland ihren Bereitschaftsdienst gestalten kann, in erheblichem Umfang. Der finanzielle Spielraum schrumpft damit deutlich.

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Parallel dazu kommen auf die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte neue Pflichten zu. Im Zuge der geplanten Integrierten Notfallzentren (INZ) sollen Vertragsärzte künftig auch werktags zusätzliche Dienste übernehmen. Hinzu kommt die Vorgabe, eine bislang nicht näher bezifferte Zahl an Terminen an die gesetzlich vorgeschriebenen Terminservicestellen zu melden.

Besonders kritisch sieht die KV, dass all diese Neuerungen ohne zusätzliche Finanzierung oder staatliche Beteiligung umgesetzt werden sollen. Die Ärzte müssten den Aufwand aus ihren eigenen Honoraren bestreiten. Die Vereinigung spricht in diesem Zusammenhang spürbar ironisch von „Innovationen“, die ohne jede Gegenfinanzierung daherkommen.

Und es könnte nicht bei Neunkirchen bleiben. Mit Blick auf die begrenzten Personalressourcen und den Aufbau der neuen Notfallzentren warnt die KV ausdrücklich davor, dass künftig weitere Standorte schließen müssen. Für die medizinische Versorgung in der Region ist das eine Entwicklung, die aufmerksam zu beobachten sein wird.

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