Beschäftigte wie Arbeitgeber können im kommenden Jahr aufatmen: Der Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung dürfte 2027 stabil bleiben. Zu diesem Schluss kam der beim Bundesamt für Soziale Sicherung angesiedelte Schätzerkreis, der am 14. Oktober seine Prognose für die Einnahmen und Ausgaben des kommenden Jahres vorlegte.
Konkret geht das Gremium davon aus, dass der durchschnittliche Zusatzbeitrag bei 2,9 Prozent verharren wird. Für Millionen Versicherte und für die Unternehmen bedeutet das vor allem eines: Verlässlichkeit bei den Lohnnebenkosten.
Als erfreuliches Signal wertet auch der Branchenverband Pharma Deutschland die Prognose. Ein stabiler Beitragssatz schaffe die Grundlage, dringend benötigte Investitionen anzustoßen, betont die Organisation. „Es ist eine gute Nachricht, dass der Schätzerkreis davon ausgeht, dass der Krankenkassenbeitrag im kommenden Jahr stabil bleiben kann. Das gibt Beschäftigten und Unternehmen Planungssicherheit“, sagt Hauptgeschäftsführerin Dorothee Brakmann.
Gerade die pharmazeutische Industrie sieht sich zuletzt unter erheblichem Druck. Durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz musste die Branche nach eigener Darstellung schmerzhafte Einschnitte verkraften, die eine wachstumsstarke Industrie spürbar belasten. Umso dringlicher sei es nun, mit Entlastungen gegenzusteuern.
Einen ersten Schritt dorthin sieht Brakmann in der Einführung einer sogenannten Standortklausel. Mit Blick auf die von der Bundesregierung angekündigte Pharmastrategie fordert sie, weitere Stellschrauben zu identifizieren, die den Standort Deutschland stärken. „Eine erfolgreiche Zukunftsbranche wie die Pharmaindustrie ist ein wichtiger Baustein für dauerhaft stabile Einnahmen der GKV“, so die Verbandschefin.
Hinter dieser Argumentation steht ein gewichtiger Akteur. Pharma Deutschland ist der mitgliederstärkste Branchenverband der Pharmaindustrie hierzulande und vertritt rund 400 Mitgliedsunternehmen mit etwa 80.000 Beschäftigten. Diese Firmen stellen fast 80 Prozent der in Apotheken verkauften rezeptfreien und annähernd zwei Drittel der rezeptpflichtigen Arzneimittel bereit – und sichern damit einen erheblichen Teil der Arzneimittelversorgung in Deutschland.




















