Symbolbild

Im Saarland bündeln künftig zwei Akteure ihre Kräfte, die bislang selten gemeinsam auftraten: Die SPD-Landtagsfraktion und die Aktion 3. Welt Saar haben eine engere Zusammenarbeit im Kampf gegen Islamismus und Antisemitismus beschlossen. Vorgesehen sind gemeinsame Veranstaltungen, ein fortlaufender fachlicher Austausch sowie die direkte Beratung der Fraktion durch die Fachleute der Organisation.

Anlass für das Bündnis ist eine Sicherheitslage, die sich spürbar verschärft hat. Der mutmaßlich islamistisch motivierte Terroranschlag auf den Berliner Christopher Street Day und die jüngsten Anschlagspläne gegen Flüge nach Tel Aviv haben vor Augen geführt, wie real die Bedrohung inzwischen ist. Auch im Saarland schlägt der Verfassungsschutz Alarm und warnt vor einer Radikalisierung, die sich zunehmend über soziale Netzwerke verbreitet.

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Die Zahlen untermauern die Besorgnis. Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Saarland, kurz RIAS, verzeichnete für das Jahr 2025 insgesamt 57 antisemitische Vorfälle im Land. Gegenüber dem Zeitraum vor dem 7. Oktober 2023 bedeutet das ein deutlich erhöhtes Niveau.

Ulrich Commerçon, Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion, ließ keinen Zweifel an der Dringlichkeit. „Islamismus und Antisemitismus bedrohen Menschen ganz konkret und greifen die Grundlagen unserer freien Gesellschaft an“, erklärte er. Angriffe auf jüdische Menschen oder Synagogen sowie die wachsende Radikalisierung im Netz zeigten, wie ernst die Lage sei. Um jüdisches Leben zu schützen und die Demokratie zu verteidigen, müsse man zunächst die ideologischen Hintergründe verstehen und früh erkennen. „Mit der Aktion 3. Welt Saar gewinnen wir einen Partner, der sich seit vielen Jahren intensiv mit genau diesen Themen beschäftigt“, so Commerçon. Diese Expertise wolle man stärker in die politische Arbeit einfließen lassen.

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Die Aktion 3. Welt Saar bringt für diese Aufgabe eine jahrzehntelange Erfahrung mit. Bereits 2002 gründete sie ihr Kompetenzzentrum Islamismus, ein bundesweit bislang einmaliges Projekt. Über Recherchen, Publikationen und Fachveranstaltungen leistet die Organisation seither Aufklärungsarbeit. Die neue Kooperation soll helfen, aktuelle Entwicklungen fundiert einzuordnen und die politische Auseinandersetzung im Saarland zu vertiefen.

Geschäftsführer Roland Röder formulierte den Anspruch unmissverständlich. „Antisemitismus und Islamismus sind in letzter Konsequenz die Totengräber der Demokratie und müssen ohne parteipolitische Scheuklappen bekämpft werden“, sagte er. Beide Phänomene seien politische Probleme, die sich nicht allein mit pädagogischen Projekten lösen ließen – ein Hinweis, der den Kern der angestrebten Zusammenarbeit markiert.

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