Foto: FC 08 Homburg

Der FC 08 Homburg hat beim TSV Steinbach Haiger mit 0:1 verloren – und dabei über weite Strecken zu wenig von dem gezeigt, was ihn in den vergangenen Wochen ausgezeichnet hatte. Die Grün-Weißen waren bemüht, fanden aber nie über einen längeren Zeitraum in ihr Spiel. Steinbach war giftiger in den Zweikämpfen, aggressiver gegen den Ball und insgesamt wacher. Entscheidend wurde ausgerechnet wieder eine Standardsituation – und damit ein Thema, das beim FCH langsam nicht mehr als Zufall abgetan werden kann.

Roland Seitz vertraute erneut derselben Startelf wie zuletzt gegen Hessen Kassel. Nico Jörg kehrte nach langer Verletzungspause in den Kader zurück, auch Neuzugang Manuel Feil war erstmals dabei und kam später zu seinem Debüt. Michael Guthörl fehlte dagegen noch. Von den zusätzlichen Optionen war zunächst also wenig zu sehen – und auf dem Platz fehlte dem FCH vor allem eines: Sicherheit im eigenen Spiel.

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Steinbach stellte die Homburger früh mit aggressivem Pressing vor Probleme. Der FCH leistete sich viele einfache Ballverluste, kam kaum in einen Rhythmus und musste dadurch mehr hinterherlaufen, als ihm lieb sein konnte. Die ganz großen Möglichkeiten erspielten sich zwar auch die Gastgeber zunächst nicht, in den Zweikämpfen und bei den zweiten Bällen war der TSV aber präsenter. Aaron Manu brachte es später ziemlich treffend auf den Punkt: „Wir haben leider im Spiel nach vorne viele Fehler gemacht. […] Wir haben irgendwie den letzten Pass oder den vorletzten Pass nicht angebracht.“

Die erste größere Homburger Möglichkeit hatte Hilal El-Helwe nach gut 20 Minuten, sein Kopfball nach einer Flanke von Simon Joachims ging knapp über das Tor. Danach erhöhte Steinbach den Druck. In der 27. Minute landete ein Eckball bereits direkt im Homburger Tor, der Treffer wurde wegen eines Offensivfouls aber aberkannt. Drei Minuten später wiederholte Serkan Firat die Szene – und diesmal zählte das 1:0.

So sehenswert der Eckball getreten war: Das Tor wirft zwangsläufig Fragen auf. Firats Ball senkte sich scharf in den Fünfmeterraum, war perfekt getroffen, dort stand Gelt ohne unmittelbaren Gegnerdruck – und trotzdem segelte der Ball an ihm vorbei ins Tor. Ein Ball, den ein Torhüter in diesem Raum kontrollieren muss. Gerade weil der FCH in dieser Saison bereits auffällig viele Gegentreffer nach Standards und hohen Hereingaben kassiert hat, wird die Szene zwangsläufig Teil einer grundsätzlicheren Diskussion.

Dabei geht es nicht darum, einzelne Fehler öffentlich zum Problem zu erklären. Aber es ist eben auch nicht die erste Situation dieser Art. Im Umfeld werden deshalb jene Stimmen lauter, die sich fragen, ob Roland Seitz auf der Torwartposition künftig Jonas Weynand eine Chance geben sollte. Eine solche Entscheidung muss am Ende der Trainer treffen – wegdiskutieren lässt sich die Debatte nach den wiederkehrenden Problemen bei hohen Bällen aber kaum noch.

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Bis zur Pause fand Homburg keine Antwort. Steinbach blieb griffiger, Ertan Hajdaraj verfehlte das 2:0 nur knapp. Seitz räumte anschließend ein, dass der TSV in der ersten Hälfte „sehr wehgetan“ habe: Homburg sei hoch angelaufen worden, habe „wenig Ruhe“ gehabt und ungewöhnlich viele Fehler produziert. Sein Fazit fiel entsprechend nüchtern aus: „In der ersten Halbzeit war es zu wenig.“

Zur Pause reagierte Seitz doppelt. Armend Qenaj und Marc Ehrhart kamen für Birkan Çelik und Emir Kuhinja. Der FCH hatte nun mehr Ballbesitz, drängte Steinbach tiefer zurück und wirkte zumindest aktiver. Wirklich zwingend wurde es aber weiterhin nur selten. Qenaj setzte einen Versuch knapp vorbei, Ehrharts Abschluss nach Vorlage von Jan-Erik Eichhorn wurde geblockt, Simon Joachims zwang TSV-Keeper Ibrahim zu einer Parade.

Das grundsätzliche Problem blieb: Homburg hatte den Ball, entwickelte aber zu wenige Ideen, um den tief stehenden Gegner auseinanderzuspielen. Manuel Feil beschrieb es nach seinem Debüt unverblümt: „Wir hatten jetzt auch keine zwingenden Chancen. Deswegen muss man schon sagen, verdient verloren am Ende.“ Zuvor hatte er bereits kritisiert, dass sich der FCH das Leben mit „vielen einfachen Ballverlusten, auch ohne Druck“ selbst schwer gemacht habe.

Seitz sprach in der zweiten Hälfte von zu wenig Durchschlagskraft. Steinbach habe tief verteidigt, Homburg dagegen zeitweise „viel Handball gespielt“. Genau das war zu sehen: viel Ballbesitz um den gegnerischen Block herum, aber zu wenig Tempo, Tiefgang und Überraschung. Damit ging eine Niederlage zu Ende, die vermeidbar gewesen wäre – allerdings nicht unverdient. Steinbach war keineswegs übermächtig.

Mit 14 Punkten fällt der FCH auf Rang sieben zurück. Am kommenden Samstag wartet im Waldstadion die nächste Gelegenheit zur Reaktion: Um 14 Uhr ist die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz zu Gast.

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1 Kommentar

  1. Was solls, man landet am Ende wieder irgendwo zwischen 4 und 8, mehr gibts dazu nicht zu sagen oder doch, jetzt ist sogar schon im kalendarischen Herbst bzw. Spätsommer der Drops gelutscht, aber offenbar ist das den Verantwortlichen schnuppe…? Herr Kühn kann ja mal wieder einen „Brandbrief“ im Stadionheftchen verfassen?

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