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Ein plötzlicher Ausfall der Cloud – und plötzlich steht in vielen deutschen Unternehmen alles still. Nach einer aktuellen Untersuchung des Digitalverbands Bitkom müsste fast jedes zweite Unternehmen (46 Prozent) über kurz oder lang seinen Geschäftsbetrieb einstellen, wenn zentrale Anwendungen in der Cloud unerreichbar würden. Jedes elfte Unternehmen, also neun Prozent, käme sogar im Moment der Störung sofort zum Erliegen.

Die Auslöser für solche Szenarien sind vielfältig: eine Internetstörung, ein Stromausfall oder auch nur ein fehlerhaftes Software-Update. Wie lange ein Betrieb ohne funktionierende Cloud durchhält, unterscheidet sich dabei erheblich. Zwei Prozent der befragten Firmen rechnen damit, sechs bis elf Stunden weiterarbeiten zu können, vier Prozent würden zwölf bis 24 Stunden überstehen. Zehn Prozent gehen von 24 bis 48 Stunden aus, ein Fünftel (21 Prozent) sogar von mehr als zwei Tagen.

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Nicht jedes Unternehmen sieht sich existenziell bedroht. Ein Viertel (24 Prozent) gibt an, ein Cloud-Ausfall würde den Betrieb nicht so hart treffen, dass eine Einstellung drohe. 14 Prozent verzichten ohnehin vollständig auf Cloud-Dienste, weitere 16 Prozent können oder wollen dazu keine Auskunft geben. Im Schnitt schätzen die Cloud-Nutzer, dass sie rund drei Tage – konkret 78 Stunden – ohne die Technik weiterarbeiten könnten. Grundlage der Zahlen ist eine repräsentative Befragung von 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten, von denen 517 die Cloud einsetzen.

Wie zentral diese Infrastruktur inzwischen ist, macht Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst deutlich. „Eine funktionsfähige Cloud ist für Unternehmen so wichtig wie stabile Stromversorgung und Zugang zum Internet“, sagt er. „Büro-Software, Kommunikation, Datenbanken oder auch KI-Lösungen sind bei einer Cloud-Störung nicht verfügbar, dabei sind sie unverzichtbar für den Geschäftsbetrieb vieler Unternehmen.“ Zugleich betont er, dass die Nutzung von Cloud-Diensten oft sicherer und stabiler sei, als auf eigene Server zu setzen. Entscheidend sei, die Cloud in ein umfassendes Sicherheitskonzept einzubinden.

Dass die Sorge nicht abstrakt ist, zeigt der Blick zurück: Innerhalb der vergangenen zwölf Monate erlebten 28 Prozent der Cloud-Nutzer einen gravierenden Ausfall. Entsprechend verbreitet sind Vorkehrungen. 82 Prozent verfügen über Notfall- und Wiederanlaufpläne, drei Viertel (75 Prozent) sichern wichtige Daten zusätzlich außerhalb der Cloud. 69 Prozent überwachen ihre Dienste selbst, um schnell reagieren zu können, 68 Prozent haben vertragliche Vereinbarungen mit ihren Anbietern getroffen.

Weitere Strategien setzen auf technische Redundanz. Zwei Drittel (66 Prozent) können bei einem Ausfall auf einen Notbetrieb mit lokalen Lösungen umschalten, sechs von zehn Unternehmen (59 Prozent) verteilen ihre Anwendungen auf mehrere Systeme. Ein Drittel (35 Prozent) hält redundante Systeme vor, und acht Prozent setzen bewusst auf einen zweiten Cloud-Anbieter, um das Risiko zu streuen. Vertiefende Zahlen zur Cloud-Nutzung in Deutschland hat Bitkom im kostenlos verfügbaren „Cloud Report 2026“ veröffentlicht.

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