Mehr Anträge, mehr Geld, mehr Wirkung im Ehrenamt: Das Förderprogramm „Saarland zum Selbermachen“ wächst weiter. Ministerpräsidentin Anke Rehlinger zeichnete in der jüngsten Runde 37 bürgerschaftliche Projekte aus, die zusammen 67.370 Euro für ihre Vorhaben erhalten. Weil die Nachfrage spürbar gestiegen ist, hatte die Landesregierung das Jahresbudget bereits im Vorfeld von 100.000 auf 150.000 Euro angehoben.
Die Bandbreite der unterstützten Ideen zeigt, wie kleinteilig und doch wirkungsvoll Engagement im Saarland funktioniert. Da geht es um eine Outdoor-Tischtennisplatte auf dem Dorfplatz von Marth im Ostertal, um eine Grill- und Gemeinschaftshütte in Freisen, einen Brotbackofen bei proWAL oder eine Pumptrack-Strecke für Radfahrer in Gonnesweiler. In Bliesransbach und Gronig fließt Geld in die Renovierung von Jugendclubs, in Holz wird der Zugang zum Anglerheim barrierefrei, und in Riegelsberg gestaltet eine Elterninitiative gemeinsam mit Kindern öffentliche Absperrblöcke neu.
Ausgewählt wurden die Projekte im Mai 2026 von einer ehrenamtlichen Jury, die aus 51 eingereichten Anträgen schöpfen konnte. Es war die 27. Förderrunde seit dem Start der Initiative im Sommer 2013. Die Zahlen, die sich seither aufaddiert haben, sprechen für die Reichweite des Programms: Insgesamt 566 gemeinwohlorientierte Vorhaben sind bislang mit zusammen 1.079.648 Euro unterstützt worden.
Rehlinger nutzte die Auszeichnung, um den Akteuren ihren Dank auszusprechen. „Die Saarländerinnen und Saarländer wollen das Leben in ihren Städten und Gemeinden besser machen“, erklärte die Ministerpräsidentin. Mit jeder Runde greife das Land Bürgerinnen, Bürgern und Vereinen finanziell unter die Arme, „damit sie gute Ideen und Vorhaben schnell und unbürokratisch umsetzen können“. Davon profitiere das ganze Land, weil die Projekte Jugendarbeit, Integration, Sport und Kultur stärken und Orte der Begegnung erhalten oder aufwerten.
Das Spektrum reicht von klassischen Vereinsanliegen bis zu sehr speziellen Vorhaben. Der Bienenzuchtverein Urexweiler stellt Informationstafeln zu Wildbienen auf, der Verein LEGIO XIIII GEMINA baut die „statio Mainzweiler“ im Inneren weiter aus, Haus Afrika in Völklingen finanziert Materialien für Jugendtreffen, und der Kultur- und Heimatverein Beckingen schafft ein Besucherzelt an. Auch unspektakuläre, aber im Alltag wichtige Anschaffungen wie Sitzbänke, Tische, ein Toilettenwagen oder ein Ofen für den AWO-Ortsverein Mettlach werden bezuschusst.
Auffällig ist die geografische Streuung quer durchs Land – vom Hochwald über das Bliesgau bis ins Ostertal und in die größeren Städte. Genau darin liegt der Charme des Programms: Es nimmt sich der Bühnen an, die sonst selten Schlagzeilen machen, aber das Zusammenleben in den Ortsteilen prägen. Spielplätze in Brotdorf, Sötern und Faha, ein All-Generationen-„Maien“-Platz oder die Gestaltung des Festplatzes in Bubach stehen exemplarisch für diesen Ansatz.
Wer selbst eine Idee in der Schublade hat, kann ganzjährig einen Antrag stellen. Die Jury entscheidet zweimal im Jahr; der nächste Stichtag ist der 31. Oktober 2026. Weitere Informationen finden Interessierte unter www.saarland.de/saarland-zum-selbermachen.

















