Ein vertrauter Name kehrt nach St. Ingbert zurück – allerdings in völlig neuer Gestalt. Unter dem Kürzel „INGO“ schickt die Stadtverwaltung ab sofort einen KI-gestützten Chatbot ins Rennen, der Bürgerinnen und Bürgern rund um die Uhr auf der städtischen Website Rede und Antwort steht. Das Angebot ist mehrsprachig, anonym nutzbar, in einfacher Sprache verfügbar und nach Angaben der Stadt vollständig datenschutzkonform.
Wer schon länger in der Mittelstadt lebt, dürfte sich an den ursprünglichen Ingo erinnern. Sein Name und sein Aussehen sind kein Zufall, sondern eine Verbeugung vor dem „Großen Stiefel“, jener markanten Felsformation, die als eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt gilt. Aus diesem Vorbild leitet sich auch die Gestaltung des digitalen Helfers ab. Für 2026 wurde die Figur grundlegend überarbeitet und mit einer neuen Funktion ausgestattet.
Die Verwaltung verfolgt mit dem Schritt ein klares Ziel: Der Zugang zu Informationen und Dienstleistungen soll einfacher werden, unabhängig von Öffnungszeiten oder Wartezeiten am Telefon. Typische Anliegen reichen von Fragen zu Zuständigkeiten und benötigten Unterlagen bis hin zum direkten Aufruf von Online-Anträgen. Auch intern verspricht sich das Rathaus Entlastung: Wenn Standardfragen automatisiert beantwortet werden, bleibt den Mitarbeitenden mehr Zeit für komplexere Fälle.
„INGO ist ein Stück St. Ingbert – und jetzt auch ein digitaler Begleiter für unsere Bürgerinnen und Bürger“, erklärt Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer. Mit moderner Künstlicher Intelligenz schaffe man ein Angebot, das den Zugang zur Verwaltung „einfacher, schneller und komfortabler“ mache. Der persönliche Kontakt bleibe selbstverständlich bestehen, betont Meyer. Der Chatbot ergänze den bestehenden Service, ohne ihn zu ersetzen.
Sven Oberinger, als CIO der Stadt für die Digitalisierung zuständig, hebt den doppelten Nutzen hervor. „Der Einsatz moderner Technologien ermöglicht es uns, Verwaltungsservices effizienter zu gestalten und gleichzeitig die Servicequalität für unsere Bürgerinnen und Bürger spürbar zu verbessern“, sagt er. INGO helfe dabei, Informationen rasch bereitzustellen und digitale Angebote gezielter zugänglich zu machen.
Technisch setzt der Assistent auf KI-Komponenten, die natürliche Sprache verstehen. Er bezieht seine Antworten direkt aus den Inhalten der Website und greift über eine Anbindung an den Formularserver auf konkrete Online-Dienstleistungen zu. Damit lassen sich Anliegen ohne Umwege digital erledigen – vom Aufrufen eines Antrags bis zur Suche nach passenden Veranstaltungen.
Transparent bleibt dabei stets, dass es sich um ein KI-basiertes System handelt. Für individuelle oder besonders komplexe Fragen verweist der Chatbot weiterhin an die zuständigen Mitarbeitenden im Rathaus. Geplant ist eine kontinuierliche Weiterentwicklung: Rückmeldungen aus der Nutzung sollen direkt in die Optimierung einfließen. Erreichbar ist INGO ab sofort unter www.st-ingbert.de.

















