Symbolbild

Im saarländischen Einzel- und Versandhandel kommt die Tarifrunde nicht voran – und ver.di sieht die Schuld dafür klar bei der Arbeitgeberseite. Während andere Tarifgebiete bereits mehrere Verhandlungsrunden hinter sich hatten, mussten die Beschäftigten im Saarland erst erheblichen Druck aufbauen, um überhaupt einen ersten Termin zu erzwingen. Von echtem Verhandlungswillen könne keine Rede sein, so der Vorwurf der Gewerkschaft.

Nach dem mühsam erreichten Auftakt folgte schnell der nächste Rückschlag. Den zweiten geplanten Termin sagten die Arbeitgeber kurzfristig ab. Seither verweigern sie nach Darstellung von ver.di eine neue Terminvereinbarung. Mehrere Aufforderungen der Gewerkschaft seien ohne jede Reaktion verpufft.

Besonders verärgert zeigt sich ver.di über eine Drohung, die bereits in der ersten Runde im Raum stand. Sollte bis zum 31. August 2026 keine Einigung gelingen, wollen die Arbeitgeber eine Laufzeit von 36 Monaten durchsetzen. Für die Gewerkschaft ist das ein durchsichtiges Manöver: Wer Verhandlungen selbst hinauszögere, dürfe daraus am Ende keinen Vorteil ziehen.

Auch jenseits des Saarlands stockt es. In Rheinland-Pfalz blieben drei Runden ohne Ergebnis, ein verhandlungsfähiges Angebot liegt nach Angaben von ver.di nicht vor. Stattdessen kursierten weiterhin Zahlen, die für die Beschäftigten unterm Strich Reallohnverluste bedeuten würden. Bundesweit zeigt sich ein ähnliches Bild: Die Arbeitgeber pochen auf eine Laufzeit von 24 Monaten, ver.di fordert zwölf Monate, um schneller auf Preissteigerungen und wirtschaftliche Entwicklungen reagieren zu können.

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Deutliche Worte findet Monika Di Silvestre, ver.di-Landesfachbereichsleiterin Handel in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. „Wer Termine absagt und neue Verhandlungen verweigert, will keine schnelle Lösung. Die Beschäftigten brauchen mehr Geld und keine taktischen Spielchen.“ Diese Menschen hielten den Einzelhandel jeden Tag am Laufen. „Dafür verdienen sie Respekt, faire Löhne und ein Angebot, das ihre Kaufkraft sichert.“

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Die Gewerkschaft fordert die Arbeitgeber nun auf, ihre Blockade zu beenden und ohne weitere Verzögerung an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die Beschäftigten hätten Anspruch auf eine schnelle und faire Lösung. Es sei höchste Zeit, dass die Arbeitgeber ihrer tarifpolitischen Verantwortung gerecht würden.

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