Wenn aus einem Sturz am Steilhang Ernst wird, zählt jeder Handgriff. Genau für solche Situationen trainierten die Spezialisten der Feuerwehren Blieskastel und St. Ingbert am Dienstagabend gemeinsam – und zwar dort, wo der Boden besonders tückisch abfällt: rund um den Gollenstein in Blieskastel.
Um 18 Uhr rückten die Fachgruppen Absturzsicherung und „Einfache Rettung aus Höhen und Tiefen“ (ERHT) aus. Beteiligt waren die Wehrleute aus Blieskastel sowie der Löschbezirk Mitte aus St. Ingbert. Beide Gruppen verfügen über eine Zusatzausbildung, die sie in Bereichen einsatzfähig macht, in denen normale Rettungstechniken an ihre Grenzen stoßen.
Ihr Aufgabenfeld ist klar umrissen, aber breit gefächert. Die Einsatzkräfte sichern Kameraden bei Arbeiten in der Höhe oder Tiefe und bergen Verletzte aus schwer zugänglichen Lagen. Wie wertvoll diese Fähigkeiten sind, hatte sich erst Anfang Juni gezeigt: Nach einem heftigen Unwetter mussten Einsatzkräfte gesichert auf beschädigten Dächern arbeiten – ohne die Spezialisten wäre das schlicht nicht möglich gewesen.
Das Übungsszenario am Gollenstein griff ein realistisches Bild auf. Zwei Personen waren einen steilen Hang hinabgestürzt und so schwer verletzt, dass nur eine patientenschonende Rettung in Frage kam. Beide Wehren brachten ihr Spezialmaterial in Stellung. Damit der fachliche Austausch nicht zu kurz kommt, mischten die Verantwortlichen die Teams bewusst durch. So konnten Techniken verglichen, Handgriffe abgeglichen und Erfahrungen direkt am Seil weitergegeben werden.
Die Bilanz fiel positiv aus. Die Übung verlief erfolgreich, jede beteiligte Kraft konnte die eigenen Kenntnisse vertiefen, und die Zusammenarbeit der beiden Einheiten gewann erneut an Substanz. Genau diese eingespielte Routine ist es, die im Ernstfall den Unterschied macht – etwa wenn ein Wanderer abstürzt oder ein Arbeiter in misslicher Lage feststeckt.
Nach getaner Arbeit war ein gemeinsamer Ausklang am Grill geplant. Doch der kameradschaftliche Abend fand ein abruptes Ende: Ein Realeinsatz der Feuerwehr Blieskastel zwang die Kollegen, das Beisammensein vorzeitig abzubrechen und zurück in den Dienst zu wechseln. Auch das gehört zum Alltag bei der Freiwilligen Feuerwehr – die Bereitschaft hört eben nicht mit dem Übungsende auf.

















