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Die deutsche Wirtschaft steuert auf eine gefährliche Schwelle zu: Erreichen die Sozialversicherungsbeiträge unter geltender Gesetzeslage bald die Marke von 50 Prozent, drohen Unternehmen und Beschäftigten Belastungen, die kaum noch zu schultern sind. Dr. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), nimmt das aktuelle Gutachten der sogenannten Wirtschaftsweisen zum Anlass für einen deutlichen Appell an die Bundesregierung.

„Die Wirtschaftsweisen bestätigen, was Unternehmen und Beschäftigte längst spüren: Die strukturelle Wirtschaftskrise weitet sich aus“, erklärt Jandura. Das Wachstum schwäche sich weiter ab, die Inflation verharre auf hohem Niveau. Während sich die konjunkturellen Aussichten eintrüben, klettern die Kosten für Betriebe und Belegschaften unaufhaltsam nach oben – ein Mix, den der Verbandspräsident für den Standort Deutschland als denkbar ungünstig bewertet.

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Besonders scharf fällt seine Kritik an der Entwicklung der Sozialabgaben aus. Eine Beitragslast nahe der 50-Prozent-Marke sei „jenseits von Gut und Böse“, so Jandura. Ohne politischen Kurswechsel drohe der deutschen Volkswirtschaft der Abstieg in die Bedeutungslosigkeit. Der Sozialstaat in seiner heutigen Finanzierungsform werde zur Belastung, die Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze gleichermaßen unter Druck setze.

Im Kern zielt der BGA-Präsident auf strukturelle Reformen, die seiner Ansicht nach bislang ausbleiben. Vor allem der SPD wirft er fehlende Bereitschaft vor, an die grundlegenden Stellschrauben der Sozialsysteme heranzugehen. „Rekordbelastungen bei den Arbeitskosten und bei der Bürokratie sind der sichere Weg in den wirtschaftlichen Abgrund“, warnt Jandura. Das jüngste Gutachten müsse deshalb als Weckruf verstanden werden – nicht als bloße Momentaufnahme.

Gleichzeitig formuliert der Verband eine konstruktive Perspektive. Sinkende Sozialversicherungsbeiträge, schlankere Berichtspflichten und eine verlässliche Steuerpolitik könnten dem Land nach Janduras Überzeugung einen erheblichen Schub verleihen. Es gehe nicht um Sozialabbau, sondern um eine Architektur, die Beschäftigung lohnender und unternehmerisches Handeln planbarer mache.

Der Appell richtet sich ausdrücklich an alle Koalitionspartner in Berlin. „Ich erwarte, dass sich alle Regierungspartner bewegen, denn weder für die Betriebe noch für die arbeitende Bevölkerung ist eine solche Belastung tragbar“, betont Jandura. Aus Sicht des BGA bleibt wenig Zeit: Entweder gelingt ein echter Reformaufbruch bei den Sozialversicherungen – oder die strukturelle Krise verfestigt sich zu einem dauerhaften Standortnachteil.

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