Die FDP Saarland geht mit der Saarland-Heilstätten GmbH hart ins Gericht. Anlass ist die jüngste Personalentscheidung an der Spitze des Klinikkonzerns: Ein neuer Geschäftsführer wurde berufen, dem die Liberalen keine nachweisbare Expertise im Krankenhauswesen attestieren. Für die Partei ist das kein Signal des Aufbruchs, sondern ein Symptom tiefgreifender struktureller Probleme, die den gesamten Konzern lähmen.
Besonders der permanente Wechsel in der Führungsetage gibt der FDP Saar zu denken. Innerhalb kurzer Zeit habe es mehrfach personelle Umbrüche an der Konzernspitze gegeben – ein Muster, das nach Einschätzung der Partei auf dysfunktionale Führungsstrukturen hindeutet. Noch alarmierender sei, dass in rascher Folge hochqualifizierte Fachkräfte aus Medizin und Verwaltung das Unternehmen verlassen hätten. Die Verwerfungen im Personalmanagement seien nach wie vor nicht ausreichend aufgeklärt, kritisieren die Liberalen.
Doch die Personalfragen sind aus Sicht der FDP nur die Oberfläche eines weit größeren Problems. Der Aufsichtsrat der SHG bleibe trotz anhaltender Kritik unverändert im Amt, obwohl offensichtliche Interessenkonflikte bestünden. Eine wirksame Kontrolle der Geschäftsführung finde unter diesen Umständen schlicht nicht statt. Die Gremien versagten damit in ihrer zentralen Aufgabe – gerade in einer Phase, in der der Konzern sich in einer existenziellen Krise befinde.
Das eigentliche Kernproblem verortet die Partei allerdings noch eine Ebene tiefer: in der Gesellschafterstruktur selbst. Mehrere Akteure mit unterschiedlichen Interessen seien an der SHG beteiligt, trügen aber nicht gemeinsam die finanziellen Risiken. Diese Konstellation blockiere jede ernsthafte Sanierung und schwäche den Konzern als Ganzes. Solange diese Grundkonstellation unangetastet bleibe, werde sich an der Misere nichts ändern, so die Einschätzung der Liberalen.
Die FDP Saar leitet daraus konkrete Forderungen ab. Sie verlangt eine konsequente Neuordnung mit klar definierten Verantwortlichkeiten, die Auflösung bestehender Interessenkonflikte in den Kontrollgremien sowie eine grundlegende Reform der Eigentümerstruktur. Ohne diese Schritte drohe der SHG ein weiterer Niedergang – mit Folgen für die Krankenhausversorgung im Saarland.
Die Debatte um die Zukunft der SHG dürfte damit weiter an Schärfe gewinnen. Ob die Landesregierung und die übrigen Gesellschafter auf den Druck reagieren, bleibt abzuwarten. Klar ist: Die Liberalen werden nicht lockerlassen, solange sie die Weichen bei einem der wichtigsten Klinikträger des Landes falsch gestellt sehen.




















