Ob für die Schüler, die Lehrer oder den Schulleiter selbst – wenn die zuständige Ministerin für Bildung und Kultur ihren Besuch ankündigt, ist großer Bahnhof angesagt. Entsprechend viel wurde im Vorfeld geplant und vorbereitet an der Gemeinschaftsschule an den Linden in Kirkel-Limbach.
Der Termin war Teil eines 2-stündigen Rundgangs, bei dem sich Kultusministerin Christine Streichert-Clivot vor Ort ein Bild vom Schulprofil, dem Schwerpunkt Mehrsprachigkeit und der partnerschaftlichen Arbeit mit Frankreich machte.

Schulleiter Christian Messemer stellte in seiner Begrüßung die besondere Ausrichtung der Schule vor und erläuterte, warum Mehrsprachigkeit und europäische Orientierung zentrale Elemente des Schulprofils sind. Er sagte: „Wir haben uns die Frankreich-Strategie des Saarlandes, aber auch vor allem die Mehrsprachigkeit zu Herzen genommen und gesagt, das ist eigentlich ein Feld, das an Gemeinschaftsschulen zwar gut aufgestellt ist, aber wir möchten dieses Feld weiter ausbauen, auch im Sinne des Saarlandes, denn wir sind hier in einer grenznahen Region. Der Landkreis als Schulträger präsentiert sich ja auch als europäisch und weltoffen. Und das ist natürlich auch ein Motto, unter dem wir uns als Gemeinschaftsschule in besonderer Weise sehen.“

Mit Blick auf die neue offizielle Schulbezeichnung führte er weiter aus: „Wir wurden offiziell Schule an den Linden und die Linde haben wir deshalb in unseren Schulnamen aufgenommen, weil die Linde das Symbol der Gemeinschaft ist. Und wir haben gesagt, wir sind nicht nur Gemeinschaft für uns, sondern wir sind Gemeinschaft hin auf alle Menschen. Und das wird am deutlichsten durch ein kulturelles Lernen, durch ein Miteinander, und das finden wir vor allem verwirklicht in der Umsetzung, des Erlernens von Fremdsprachen, das können wir hier in der Region in besonderer Weise mit der französischen Sprache.“
Im Anschluss an die Begrüßung präsentierte der Schulchor Musikstücke zum Auftakt des Tages, bevor gemeinsam die Vernissage besucht wurde, die Kunstlehrerin Julia Malter-Müller und die Kunst-AG zum Weltkindertag vorbereitet hatten. Die Schüler Mohammad, Eylül und Zoe erläuterten ihre Werke und traten dabei in den direkten Austausch mit Ministerin Christine Streichert-Clivot. Sie zeigte sich beeindruckt: „Wir haben Werke von Schülerinnen und Schülern gesehen, die sie selbst gemalt und gezeichnet haben. Die mir auch zeigen, dass es hier hervorragende Talente sind. Und auch genau darüber haben wir kurz gesprochen, wie da der weitere Weg sein wird, mit ihren Talenten umzugehen.“

Unterrichtsbesuche: Französisch digital und praktisch erlebt
Dann führte der Schulrundgang in die Klassensäle. Die Ministerin besuchte zwei verschiedene Französischstunden, darunter den digitalen Französischunterricht bei Tanja Geminn, modern mit der Integration von Tablet und Apps, sowie eine Unterrichtssequenz bei Lehrerin Silke Schöndorf unter dem Motto „On vend des Crêpes“, in der Alltagssituationen nachgespielt wurden und gemeinsam Crêpes gebacken wurden. Ohne in irgendeiner Form Hektik aufkommen zu lassen, spielte Streichert-Clivot mit den Schülern Karten, kam ins Gespräch und informierte sich aus erster Hand über Unterrichtstrukturen, Lerninhalte und die praktische Umsetzung.

Austauschrunde mit Lehrkräften und Schülern
Um kurz vor 10 Uhr folgte eine Gesprächsrunde mit Stephanie Klein und Christiane Zoch, in der es um das Profilfach Französisch und die erfolgreiche Schulpartnerschaft mit der französischen Stadt Mauléon ging. Hier wurde auch über gelebte Vielfalt und das insgesamt und rundum positive Schulklima gesprochen. Im Interview zeigte sich Streichert-Clivot sichtlich beeindruckt von den Aktivitäten und dem Engagement an der Gemeinschaftsschule Kirkel: „Die Schule ist Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage. […] Es war mir heute auch sehr wichtig, gerade mit Schülerinnen und Schülern in den Austausch zu gehen. Auch danach zu fragen, wie wohl sie sich fühlen. Das war auch Thema. Es sind Vorschläge gekommen, wie man den Schulhof noch besser gestalten kann. Und ich habe auch mit den Schülerinnen und Schülern gesprochen, das war ebenso sehr interessant. Hier sind auch Schülerinnen und Schüler, die schon seit der 5. Klasse hier zur Schule gehen. Ich hatte eben auch Gelegenheit, mit zwei Schülern zu sprechen, die jetzt frisch in diesem Schuljahr erst zur Schule gekommen sind, die vorher ein Gymnasium besucht haben und dort für sie leider nicht so positive Erfahrungen gemacht haben. Das zeigt aber auch, diese Schule ist hier im Herzen des Saarpfalz-Kreises eine, die immer wieder auch neue Schülerinnen und Schüler aufnimmt und die sich hier dann auch wohlfühlen.“

Ansprache und musikalischer Abschluss
Danach richtete die Ministerin eine kurze Ansprache an die Schülerschaft mit dem Fokus auf Mehrsprachigkeit, Europa und Bildungschancen. Den Abschluss bildete im Foyer der musikalische Beitrag „Vom selben Stern“ durch den Schulchor, anschließend folgten Dankesworte von Christian Messemer und ein gemeinsames Foto. Messemer bilanzierte den Tag so: „Der Termin war Spitzenklasse aus meiner Sicht. Wir konnten unser besonderes Sprachprofil, was für eine Gemeinschaftsschule einzigartig ist, an den Mann bringen, nämlich Vielsprachigkeit mit dem Schwerpunkt auf der Frankreich-Strategie, ohne auch die englische Sprache zu vernachlässigen.“ Er verband dies mit einem Ausblick: „Ich hoffe natürlich auch, dass jetzt gerade hinlänglich der anstehenden Anmeldung für die Klassenstufe 5 sich viele wegen unseres Sprachprofils für unsere Schule entscheiden.“

Der Besuch machte sichtbar, wie intensiv die Gemeinschaftsschule an Themen wie Mehrsprachigkeit, europäische Zusammenarbeit und künstlerische Förderung arbeitet. Der direkte Austausch zwischen Ministerin, Lehrkräften und Schülern kann sich nur positiv auswirken. Rundum also, ein gelungener Termin und Besuch, an den man sich von allen Seiten gerne erinnert.
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Foto: Stephan Bonaventura
































































