Was soll in Homburg in diesem Jahr in Sachen Infrastruktur passieren? Auf diese Frage gab Bürgermeister Michael Forster bei einem Pressetermin Antworten. Dabei ging es um die Erschließung des Zunderbaums, das Waldstadion – und verschiedene Projekte in der Innenstadt.

Infrastrukturprojekte sind in Deutschland ein dickes Brett. Das wurde bei diesem Pressetermin wieder einmal mehr als deutlich. Bürgermeister Michael Forster hatte nämlich zu einem Jahresausblick eingeladen, bei dem verschiedene wichtige Bauvorhaben in Homburg auf ihren derzeitigen Planungsfortschritt hin erörtert wurden. Da ging es naturgemäß viel um Bebauungspläne, Vergaben und Planungsverfahren – aber auch der ein oder andere bald sichtbare Fortschritt wurde von Forster in Aussicht gestellt.

So könnte es mit der Erschließung eines wirtschaftlich enorm wichtigen städtischen Gebietes bald losgehen. Gemeint ist das Gewerbegebiet G9, landläufig bekannt unter dem Namen „Zunderbaum“. Die Planungsleistungen seien hier vergeben, im Herbst könnte es mit der Verlegung der Infrastruktur losgehen, wie Forster erklärte. „Das ist für uns natürlich wichtig, weil wir im Hinblick auf die Frage der Transformation in der Automobilindustrie Unternehmen Entwicklungsmöglichkeiten geben möchten.“ Damit meint der Bürgermeister jedoch nicht nur Firmen aus der Regionen, sondern auch von weiter weg. Deshalb werde gerade eine Vermarktungsstrategie erarbeitet, die auch Unternehmen von außerhalb des Saarlandes anlocken soll. „Generell ist es für uns ein Schwerpunkt der Zukunft, sich um wirtschaftliche Ansiedlungen zu kümmern, denn wir wollen unsere hohe Arbeitsplatzdichte halten“, unterstrich Forster.

Arbeitsplätze sind das eine, wichtig ist aber natürlich auch die Lebensqualität vor Ort. Stichwort Innenstadtentwicklung. Gerade auch mit Hinblick auf den zunehmenden Onlinehandel sei es wichtig, die Innenstadt zu bespielen, erklärte Forster. In dieser Hinsicht soll das Bundesprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ weiterhelfen, für das die Stadt einen Zuschlag bekommen hat. 700.000 Euro können so investiert werden. „Im nächsten Stadtrat werden da bereits konkrete Beschlüsse gefasst, welche Projekte mit den Mitteln umgesetzt werden.“ Darüber hinaus ist geplant, in diesem Sommer wieder kulturelle Veranstaltungen wie den Musiksommer über die Bühne gehen zu lassen. „Da kommt es natürlich auf die Corona-Situation an, aber wir treffen da Vorbereitungen.“

Bürgermeister Michael Forster stellte die Infrastruktur-Pläne für das Jahr 2022 bei einem Pressetermin vor. Bild: Bill Titze

Daneben stehen einige Infrastrukturprojekte in der Innenstadt auf dem Programm, bei denen es, laut Forster, Fortschritte zu verzeichnen gibt. So sei geplant, für das Gewerbe- und Wohnprojekt am Zweibrücker Tor im ersten Halbjahr diesen Jahres Baurecht zu schaffen. „Wenn die Vorstellungen, die bisher bekannt sind, auch so umgesetzt werden, dann wird es dort zu einer Leitinvestition kommen, die das Gesicht von Homburg sicherlich zum Positiven verändern wird“, blickt der Bürgermeister voller Vorfreude auf das Projekt. Während für das Vorhaben am Zweibrücker Tor schon Entwürfe bekannt sind, so ist das beim Vauban-Carrée noch nicht der Fall. Das soll sich jedoch laut Aussage Forsters ändern. Denn in den kommenden Wochen werden zwei Investoren ihre jeweiligen Pläne für eine Bebauung des Areals gegenüber des Saarpfalz-Centers vorstellen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Innenstadtentwicklung ist die Situation rund um die Hohenburgschule. „Für die Sanierung der Schule ist eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die sich mit der Frage beschäftigt, was da überhaupt rein soll“, verriet Forster. „Persönlich könnte ich mir da auch Nutzungen im Bereich Kultur und Tourismus vorstellen.“ Währenddessen wird für das geplante Parkhaus an der Hohenburgschule gerade ein vorhabenbezogener Bebauungsplan erstellt. „Das ist wichtig, weil wir die Verkehrsführung am dortigen Ende der Talstraße ändern müssen. Der Sinn und Zweck der Maßnahme ist ja auch, dass wir aus der Fahrtrichtung Kaiserslautern kommend die Leute ins Parkhaus lenken, sodass sich der Verkehr in der Innenstadt entspannt.“

Der Parkplatz hinter der Hohenburgschule. Hier soll ein neues Parkhaus entstehen.

Forster brachte in diesem Zusammenhang auch die Idee für ein Parkhaus am andere Ende, also im Bereich Gerberstraße/Vauban-Carrée ins Spiel. „Ein solches wird jedoch nicht auf dem Carrée selbst entstehen“, versicherte der Bürgermeister. Eine Absage erteilte Forster außerdem dem Bau eines großen Einkaufszentrums auf dem Enklerplatz. „Das ist nicht mehr zeitgemäß und wird nicht kommen.“ Dennoch könne es zu einer Ansiedlung von Gewerbe kommen, jedoch „im kleineren Maßstab“, wie Forster betonte.

Wesentlich konkreter geht es derweil bei einem anderen städtischen Großprojekt zu: der Sanierung des Waldstadions. Bis zum Sommer erwarte man hier die Fertigstellung der Planungen für den ersten Bauabschnitt. „Wir wollten beim Stadion mit Blick auf die Kosten modular vorgehen. Das heißt, wir werden in verschiedenen Abschnitten mit der Sanierung beginnen“, erläuterte Forster, wie die Sanierung ablaufen soll. „Dann können wir immer wieder entscheiden, was für eine Drittligatauglichkeit noch fehlt und wo wir draufsatteln.“ Losgehen mit den Bauarbeiten soll es, wenn alles gut läuft, im Herbst diesen Jahres. Es ist eines der Projekte, die Forster wohl meinte, als er eine Gesamtbilanz zog. „Ich bin froh, dass wir Fortschritte machen und hoffe, dass das bald auch mal sichtbarer wird.“

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