V.l.: Mirco Rollmann, Philipp Bach und Markus Fischer planen am Zweibrücker Tor ein neues Urbanes Gebiet für die Stadt Homburg. - Foto: Rosemarie Kappler

Mit der Änderung der Baugesetzgebung im Jahr 2017 wurde im Bauplanungsrecht erstmals das sogenannte „Urbane Gebiet“ als neue Planungsvariante für innerstädtische Flächen definiert. Kommunen haben damit die Möglickeit einer höheren Bebauungsdichte in der Innenstadtlage und können dort verschiedene Nutzungsarten zusammenbringen. Ein solches „Urbanes Gebiet“ soll nach dem einstimmigen Votum des Homburger Stadtrates vom Dezember „Am Zweibrücker Tor“ neben dem Eden-Kino entstehen.

Die beiden Grundstücke mit einer Gesamtfläche von 5.500 Quadratmeter sollen Platz für Wohnen und betreutes Wohnen in den Obergeschossen, sowie für Arztpraxen, Apotheke, Reha-Sport, Gewerbe, Büros, Restaurant und Cafés in den Ergeschossen bieten. Leben, Arbeiten, Freizeit und Erholung sollen nebeneinander möglich sein. Derzeit noch bietet die Fläche keinen sonderlich schönen Anblick. Für Bürgermeister Michael Forster ist die Beseitigung dieses Missstandes und der Lückenschluss zwischen Innenstadt und Vorstadt ein bedeutsames Projekt für die Kreisstadt, „das zu einer positiven Veränderung des Innenstadtbildes führen wird.“ So jedenfalls äußerte er sich im Dezember-Stadtrat wo die ZT Projekt GmbH noch einmal ihre Ideen präsentierte.

Die ZT Projekt GmbH in der Cappelallee mit ihren Geschäftsführern Philipp Bach, Mirco Rollmann (R&B Immobilien GmbH, C4 Concept GmbH) und Markus Fischer (Immomaf e.K.) bündelt die Kompetenzen ihrer Gründer in den Bereichen Immobilien- und Grundstückshandel, Vermarktung, Finanzierung und Bauleistung. Die drei Homburger hatten sich 2019 zusammengetan als die Idee, die Fläche am Zweibrücker Tor zu entwickeln, drängender geworden war. In relativ kurzer Zeit erwarb die Gesellschaft die beiden Grundstücke, die bis dato im Besitz der HPS GmbH, einer Tochter der Stadt Homburg, und einem privaten Eigentümer waren. Spätestens mit dem Abriss des alten Gebäudes an der Ecke Zweibrücker Tor/Zweibrücker Straße im Juni letzten Jahres war dann auch nach außen hin sichtbar, dass sich hier etwas tun würde.

So soll es am Zweibrücker Tor in Homburg künftig aussehen – Quelle Grafik: ZT Projekt GmbH

Zu dem Zeitpunkt hatten Bach, Rollmann und Fischer bereits zahlreiche Gespräche mit der Verwaltungsspitze, der Baubehörde und den Ratsfraktionen geführt, hatten ihre Pläne für ein Urbanes Gebiet zur Diskussion gestellt und hatten Anregungen und Ideen aufgegriffen und eingearbeitet. Sie hatten Verkehrs-, Brandschutz-, Boden- und Besonnungsgutachten erstellen lassen. Aus all dem wurde ersichtlich, dass der Zuschnitt der drei vorgesehenen Gebäude alle bauplanungs- und bauordnungsrechtlichen Vorgaben berücksichtigt, was insbesondere auch auf den 13-geschossigen Turmbau zutrifft. Damit waren die grundsätzlichen Voraussetzungen zur Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes geschaffen. Etwaige Änderungen könnten sich noch im Zuge der Offenlage ergeben, bevor die Baugenehmigung beantragt wird.

Für die ZT Projekt GmbH ist es offenkundig ein „zukunftsweisendes Projekt“, das sich am Ende harmonisch in den derzeitigen Bestand einfügt, eine klaffende Lücke im Stadtbild schließt und einen Missstand beseitigt. „Insgesamt handelt es sich um ein nachhaltiges Konzept mit ökologischem und gesellschaftlichem Mehrwert“, verspricht Mirco Rollmann. Vor allem soll es „grünen“ in dem neuen Lebensraum. Das betrifft zum Teil die Dächer, mehr noch aber den öffentlichen Platz zwischen den Gebäuden, der mit einem Teich und Ruhemöglichkeiten zum Verweilen einlädt und der zentrales Verbindungselement zu den bereits existierenden Quartieren sein soll.

Rollmann, Fischer und Bach wollen auch dafür Sorge tragen, dass die Allee-Straße optisch mit Grün entlang der Neubauten am Zweibrücker Tor verlängert wird. Eye-Catcher wird der Turm auf dem nördlichen Gebäude sein. Kein Monster-Hochhaus mit Plattenbau-Charme, sondern ein schmal aufragendes strukturiertes Gebäude mit einer Grundfläche von 300 Quadratmetern. Jedes der 13 Geschosse wird zwei bis vier Wohneinheiten bieten. In den drei vorgesehenen Baukörpern sollen insgesamt bis zu 165 Wohneinheiten entstehen. Ein nicht unerheblicher Teil soll dem betreuten Wohnen dienen. Mit möglichen Anbietern als Ankermieter sind die Investoren bereits im Gespräch. Vom Ausgang der Verhandlungen wird dann auch abhängen, ob für betreutes Wohnen im geplanten Längsgebäude hin zur Mannlichstraße 5.000 oder 10.000 Quadratmeter Fläche vorzusehen sind.

Mit dem Bauprojekt „Zweibrücker Tor“ kommt viel Bewegung in die Stadt – Quelle Grafik: ZT Projekt GmbH

Gespräche sind auch noch mit der Stadt hinsichtlich der Anzahl vorzuhaltender Stellflächen zu führen. Im Stadtrat wurde deutlich, dass für die entfallenden Parkplätze Kompensationsflächen benötigt werden. Das könnte aus Sicht der Planer bedeuten, dass die vorgesehene Tiefgrage möglicherweise eine weitere Ebene erhält. Für jede Wohneinheit wird darüberhinaus auch ein Fahrradstellplatz vorgehalten. Entstehen wird in mehreren Bauphasen ein neues lebendiges Viertel, in dem viele Menschen leben und arbeiten, sind sich die Investoren einig. Läuft alles gut, könnte es 2022 losgehen. Aber schon vorher soll sich die Fläche mit Leben füllen. So hat sich im November bereits „World Food Trip“ mit einem Bauwagen nach Homburg gewagt und bietet erfolgreich veganen Streetfood an. Weitere Anbieter sollen die Zeit bis zum Baubeginn überbrücken helfen. Bis dahin nutzt auch die Stadt Homburg den Platz noch als Parkflächenangebot.

 

 

 

 

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