Foto: MIBS/F. Färber

Winterbach hat ein neues Zentrum – und das im wörtlichen Sinn. Am 14. April wurde das frisch errichtete Gemeindezentrum im Stadtteil der Kreisstadt St. Wendel feierlich eingeweiht. Dort, wo einst die alte Volksschule stand, bietet nun ein moderner Neubau Platz für Vereine, Veranstaltungen und das, was Dörfer im Kern zusammenhält: Begegnung. Möglich wurde das Projekt durch eine Finanzierung aus drei Quellen, die zusammen mehr als fünf Millionen Euro umfasst.

Das saarländische Innenministerium steuerte eine Bedarfszuweisung von 1.250.000 Euro bei, der Bund förderte den Bau mit 850.000 Euro aus dem Programm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“. Den größten Anteil trug die Kreisstadt selbst: Mehr als drei Millionen Euro flossen als städtischer Eigenanteil in das Vorhaben. Staatssekretär Torsten Lang betonte bei der Einweihung, wie wichtig solche Orte für das Miteinander seien: „Für ein lebendiges Dorfleben und den Zusammenhalt einer Gemeinschaft sind zentrale Treffpunkte äußerst wichtig.“ Das neue Gemeindezentrum stärke Winterbach als „lebenswerte, attraktive und zukunftsfähige Heimat“.

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Die Vorgeschichte des Neubaus reicht zurück in eine Zeit, in der Winterbach über kein eigenes Gebäude für Vereinsleben und Veranstaltungen verfügte. Vereine und Gruppen nutzten behelfsmäßig Räume im Westflügel der ehemaligen Volksschule. Als sich herausstellte, dass eine Sanierung des Ostflügels und des Verbindungsbaus wirtschaftlich nicht zu rechtfertigen war, fiel die Entscheidung für Abriss und Neubau – ein Schritt, der dem Ort nun ein zeitgemäßes Gebäude beschert hat.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Ein barrierefreier Bau mit Veranstaltungssaal, Bühne, Küche, Technikräumen und einer Außenterrasse bietet Raum für 120 bis 150 Personen. St. Wendels Bürgermeister Peter Klär ordnete das Projekt in eine größere Strategie ein. In Winterbach sei „ein barrierefreies und nachhaltiges Dorfzentrum für Kommunikation, Integration und Begegnung entstanden, das insbesondere die örtlichen Vereine und Institutionen einbindet“. Klär verwies darauf, dass die Kreisstadt durch zahlreiche Investitionen in allen Stadtteilen mittlerweile ein hohes Niveau bei der dörflichen Infrastruktur erreicht habe – von Mehrzweckhallen über Kulturzentren bis hin zu Sportanlagen und Feuerwehrhäusern.

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Für Winterbach selbst markiert die Einweihung einen echten Einschnitt. Erstmals verfügt der Ort über ein eigenes, zweckgebautes Zentrum, das nicht auf improvisierte Lösungen in alten Schulgebäuden angewiesen ist. Dass intakte Vereinsgemeinschaften und ein funktionierendes Dorfleben von solchen Investitionen profitieren, davon zeigte sich Bürgermeister Klär überzeugt: „Das Geld dafür ist gut angelegt.“ Ob sich diese Einschätzung bestätigt, wird sich an der Frage messen lassen, wie intensiv die Winterbacherinnen und Winterbacher ihren neuen Treffpunkt tatsächlich mit Leben füllen.

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