Symbolbild
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Es sind vor allem die Stunden der Dämmerung, in denen sich das Risiko auf Deutschlands Straßen spürbar erhöht: Ein Reh, das unvermittelt aus dem Unterholz springt, ein Wildschwein, das die Fahrbahn quert. Im Herbst häufen sich solche Begegnungen dramatisch. Rund 750 Zusammenstöße mit Wild ereignen sich nach Angaben des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) täglich – und in den Herbstmonaten klettert diese Zahl weiter nach oben.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Erntearbeiten auf den Feldern verändern die gewohnten Wege der Tiere, die Paarungszeit treibt sie über Straßen, und schlechte Sicht bei Nebel oder nasser Fahrbahn tut ihr Übriges. Wer in dieser Jahreszeit unterwegs ist, sollte deshalb genau wissen, wie sich das Risiko senken lässt und welcher Versicherungsschutz im Ernstfall überhaupt greift.

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Entscheidend ist zunächst die eigene Fahrweise. Warnschilder, die auf Wildwechsel hinweisen, sind ernst zu nehmen, und das Tempo gehört in diesen Zonen deutlich zurückgenommen. Taucht ein Tier plötzlich im Scheinwerferlicht auf, rät die LVM Versicherung zu einer besonnenen Reaktion: Fernlicht abblenden, Geschwindigkeit reduzieren und kontrolliert bremsen. Von riskanten Ausweichmanövern ist dringend abzuraten. Sie enden oft weitaus schlimmer als der eigentliche Zusammenstoß mit dem Tier.

Kommt es doch zum Aufprall, gilt vor allem eines: Ruhe bewahren. Wichtig ist außerdem der Hinweis, dass Reparaturen am beschädigten Fahrzeug erst nach der Schadenprüfung durch die Versicherung erfolgen sollten. Wer hier vorschnell handelt, riskiert Ärger bei der Regulierung.

Denn die finanziellen Folgen eines Wildunfalls sind längst kein Bagatellposten mehr. Laut GDV stieg die durchschnittliche Schadenhöhe im Jahr 2024 auf rund 4.100 Euro und lag damit spürbar über den 3.850 Euro des Vorjahres. Angesichts steigender Reparaturkosten lohnt sich ein genauer Blick in den eigenen Vertrag.

In der Regel übernimmt die Teilkaskoversicherung Schäden, die durch einen Zusammenstoß mit Wild entstehen. Doch Vorsicht: Manche Tarife decken nur sogenanntes Haarwild ab, also etwa Rehe, Füchse, Marder, Luchse, Elche oder Hasen. Ein Aufprall mit einer Kuh, einem Hund oder einer Katze fiele dann durchs Raster. Wer umfassend abgesichert sein möchte, sollte darauf achten, dass wirklich alle Tierarten eingeschlossen sind.

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Ein weiterer Unterschied trennt Teil- und Vollkasko. Rammt ein Fahrzeug ein Reh, springt die Teilkasko üblicherweise ein. Die Vollkasko schließt diesen Schutz mit ein und leistet darüber hinaus auch dann, wenn der Fahrer einem Tier ausweicht und dabei verunglückt. Genau solche Schäden aus einem Ausweichmanöver bleiben bei der Teilkasko häufig außen vor.

Völlig vermeiden lassen sich Wildunfälle nicht. Doch wer aufmerksam fährt, die Warnschilder beachtet und im entscheidenden Moment richtig reagiert, verringert das Risiko erheblich. Und der passende Versicherungsschutz sorgt dafür, dass ein Zusammenstoß nicht zusätzlich zur finanziellen Belastung wird.

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