Foto: Staatskanzlei des Saarlandes
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Wie können Staat und Kirche gemeinsam der wachsenden Spaltung in der Gesellschaft entgegentreten? Um diese Frage drehte sich am Dienstag ein Gespräch in der saarländischen Staatskanzlei. Ministerpräsidentin Anke Rehlinger empfing dort Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche im Rheinland, der Evangelischen Kirche der Pfalz sowie den Beauftragten der Evangelischen Kirchen für das Saarland.

Den Anstoß gab Rehlinger selbst mit einem Impuls zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen. Im Mittelpunkt stand die Sorge über das Erstarken rechtspopulistischer Strömungen – nicht nur im Saarland, sondern in Deutschland, Europa und weltweit. Einig waren sich alle Beteiligten in einem Punkt: Kirche und Politik tragen eine besondere Verantwortung, wenn es um den Schutz von Demokratie und Menschenrechten geht.

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„Das Vertrauen in gesellschaftliche Institutionen leidet unter Desinformation und Populismus“, sagte Rehlinger. Gerade deshalb müssten staatliche wie kirchliche Akteure Haltung zeigen. Beide könnten „in unsicheren Zeiten Orientierung geben, Zweifeln mit Zuversicht begegnen und gemeinsame Werte der Menschlichkeit und Solidarität verteidigen“. Entscheidend sei, als Verbündete eines freien, demokratischen Miteinanders im Gespräch zu bleiben.

Deutliche Worte fand Dorothee Wüst, Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche der Pfalz. Der Erfolg der AfD sei kein rein ostdeutsches Phänomen, sondern ein Warnsignal, das alle angehe. Viele Positionen der Partei stünden im Widerspruch zu dem, wofür die Kirchen aus christlicher Überzeugung einträten – Menschenwürde, Nächstenliebe, Vielfalt und Solidarität. Zugleich mahnte sie, den Blick nicht zu verengen: Man dürfe nicht „wie das Kaninchen vor der Schlange auf die AfD starren“ und darüber die Menschen selbst vergessen, mit ihren Sorgen, Unsicherheiten und Erwartungen.

Die eigentliche Aufgabe sieht Wüst darin, Vertrauen zurückzugewinnen und erlebbar zu machen, dass Demokratie handlungsfähig bleibt. Darauf ziele auch die Kampagne ihrer Kirche mit dem Titel „Aufstehen für …“ – ein bewusst positiv gewähltes Motto. Es gehe eben nicht darum, sich gegen andere zu stellen, sondern für die Menschen und für das einzutreten, was eine offene Gesellschaft zusammenhalte.

Auf die enge Verbindung von Politik und Kirche im Saarland verwies Dr. Thorsten Latzel, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland. Gerade in bewegten Zeiten sei eine vertrauensvolle Zusammenarbeit unverzichtbar. Als Ausdruck dieses Verhältnisses nannte er die Aufnahme des Gottesbezugs in die saarländische Verfassung. „Nur gemeinsam können wir unsere freiheitlich-demokratische Gesellschaft erhalten“, betonte Latzel. Als gelungene Beispiele für die Kooperation führte er die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit sowie die Zusammenarbeit bei den Special Olympics an.

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Am Ende des Austauschs stand weniger ein konkreter Maßnahmenkatalog als vielmehr ein gemeinsames Bekenntnis: Land und Kirchen wollen den Dialog fortsetzen und ihre Kräfte bündeln, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.

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