Global denken, lokal handeln: Mit einem Kanu-Team hat sich der Rotary-Club Homburg-Saarpfalz am bundesweiten Aktionstag „River Cleanup Germany“ beteiligt. Auf rund zwölf Kilometern zwischen Bliesbruck und Blies-Schweyen holten drei Mitglieder des Clubs mehrere Kilogramm Plastik aus der Blies – und setzten damit zugleich ein Zeichen für die internationale Rotary-Initiative „End Plastic Soup“.
Für den Rotary-Club Homburg-Saarpfalz ist Nachhaltigkeit längst ein fester Bestandteil seiner Arbeit. Als Service-Club, der im UNESCO-Biosphärenreservat Bliesgau beheimatet ist, verbindet er dabei bewusst regionale Projekte mit globalen Themen.
Beim Aktionstag „River Cleanup Germany“ wurde dieser Ansatz besonders greifbar. Während bundesweit zahlreiche Freiwillige entlang von Flüssen unterwegs waren, stiegen Club-Präsident Klaus-Dieter Braul, Bibiana Bellaire und Hubert Pirrung im saarpfälzisch-lothringischen Grenzgebiet ins Kanu. Ihr Ziel: möglichst viel Müll direkt aus der Blies zu bergen.
Die Strecke führte von Bliesbruck bis Blies-Schweyen. Auf rund zwölf Flusskilometern sammelte das Trio etwa fünf Kilogramm Plastik ein. Dabei machte das Team zugleich eine erfreuliche Beobachtung: Der untersuchte Abschnitt der Blies präsentierte sich insgesamt vergleichsweise sauber. Ganz unproblematisch ist das Thema trotzdem nicht. Mikroplastik etwa bleibt mit bloßem Auge weitgehend unsichtbar.
Genau deshalb geht es den Rotariern nicht nur um sichtbare Abfälle, sondern um den grundsätzlichen Zusammenhang zwischen kleinen Flüssen und der Verschmutzung der Meere.
„Das Meer beginnt vor Ort“
„Man kann zu Recht sagen, dass das Meer vor Ort beginnt“, erklärt Braul. Er verweist auf wissenschaftliche Untersuchungen, nach denen ein großer Teil von Plastik über kleinere, städtisch geprägte Flüsse in größere Gewässer und später in die Meere gelangt.
„Das Plastik, das aus Flüssen wie der Blies oder der Saar gefischt wird, gelangt erst gar nicht in die Ozeane, um dort für die berüchtigte ‚Plastiksuppe‘ zu sorgen“, sagt der Club-Präsident.
Damit knüpft die Aktion unmittelbar an „End Plastic Soup“ an. Die Initiative wurde 2018 von Rotariern ins Leben gerufen und hat sich zum Ziel gesetzt, Plastikverschmutzung in Gewässern zu verringern.
Nachhaltigkeit wird im Club stärker verankert
Für den Rotary-Club soll die Aktion kein einmaliger Termin bleiben. „Für den Rotary Club Homburg-Saarpfalz ist der Kampf gegen die Plastikverschmutzung von Flüssen und Meeren eine Herzensangelegenheit“, betont Braul.
Im Vorstand wurde deshalb inzwischen die Position eines Nachhaltigkeitsbeauftragten geschaffen. Zusätzlich unterstützt der Club den Verein „The Blue Mind“, der an Schulen für das Thema Plastikverschmutzung sensibilisiert. Gerade dort setzt ein weiterer wichtiger Gedanke an: Müll nicht erst einsammeln, wenn er bereits im Fluss liegt, sondern möglichst verhindern, dass er überhaupt dort landet.
„Hier beginnt das Meer“
Dazu passt auch eine weitere Idee, die der Club für Homburg verfolgt. Geplant ist, Kanaldeckel im Stadtgebiet mit dem Hinweis „Hier beginnt das Meer“ zu kennzeichnen. Der Satz soll deutlich machen, dass achtlos weggeworfener Müll über Gullys, Bäche und Flüsse am Ende viel weiter gelangt, als es auf den ersten Blick scheint.
So wird aus fünf Kilogramm Plastik aus der Blies am Ende mehr als nur eine lokale Aufräumaktion. Es ist ein ziemlich konkreter Hinweis darauf, dass Umweltschutz nicht erst an der Küste beginnt – sondern schon hier, mitten im Bliesgau.




















