Wie stark hat sich das Wetter im Saarland bereits verändert – und was kommt in den nächsten Jahrzehnten auf das Land zu? Antworten darauf liefert erstmals ein eigener Klimareport, den Umweltministerin Petra Berg gemeinsam mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) am 15. September in der Landespressekonferenz vorstellte. Der Bericht bündelt vergangene, aktuelle und künftige Klimadaten und soll zur Grundlage werden, um das Land auf den Wandel vorzubereiten.
„Der Klimareport macht sichtbar, was sich in unserem Land verändert“, sagte Berg bei der Präsentation. Ihre Botschaft: Aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen müsse jetzt konkrete Vorsorge werden. Es gehe darum, das Klima zu schützen, das Land an unvermeidbare Veränderungen anzupassen und dabei Menschen, Kommunen und Unternehmen zu unterstützen. Klimapolitik bedeute für sie vor allem, „die Verantwortung für die Zukunft unseres Landes zu übernehmen“.
Erstellt hat den Report der DWD. Für Tobias Fuchs, Geschäftsbereichsleiter Klima und Umwelt und Mitglied des DWD-Vorstands, liegt der Wert des Berichts in seiner Faktenbasis. Er fasse den aktuellen Wissensstand zu Wetter und Klima in der Region präzise zusammen und ermögliche es, sich fundiert über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Klimas im Saarland zu informieren – und so den Klimawandel und seine Herausforderungen besser zu verstehen.
Inhaltlich spannt der Report einen weiten Bogen. Er wertet Kenngrößen wie Temperatur, Niederschlag, Sonnenstunden und Bodenfeuchte aus, greift dabei auf Beobachtungsdaten seit 1881 zurück und modelliert die Entwicklung bis zum Jahr 2100. Als Basis dienten die neuesten Szenarien des Weltklimarats IPCC. Erstmals wurden diese in einem Landes-Klimareport abgebildet, was belastbare Annahmen über die künftige Entwicklung im Saarland erlaubt.
Wie nah die Zahlen am Alltag der Menschen liegen, zeigt das Kapitel zur Phänologie – also zur Entwicklung von Pflanzen im Jahresverlauf. Verschiebt sich diese, betrifft das nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch alle, die im Garten arbeiten oder unter dem Pollenflug leiden. Auch weitere Folgen des Klimawandels für die menschliche Gesundheit benennt der Bericht.
Eine Besonderheit ist der Blick auf das Stadtklima in Völklingen. Für einen ausgewählten urbanen Raum führte der DWD an einem Hitzetag im vergangenen Sommer eine eintägige Profil-Messfahrt durch. Die Temperaturprofile machen sichtbar, wie unterschiedlich sich etwa ein städtischer Park und dicht bebaute Industrie- und Gewerbegebiete auf die Umgebungstemperatur auswirken – und welchen kühlenden Nutzen sogenannte blau-grüne Infrastruktur entfaltet.
Der Report richtet sich an Verwaltungen, Unternehmen und die interessierte Öffentlichkeit gleichermaßen und soll als Fundament für passende Anpassungsmaßnahmen dienen. Kostenfrei zum Download steht er unter www.saarland.de/klimareport bereit.


















