Foto: Union Stiftung, Jessica Rhodes
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Lange bevor das Fernsehen in die Wohnzimmer einzog, formten flackernde Filmberichte im Kinosaal das Bild, das sich die Menschen von ihrer Zeit machten. Genau dieses vergessene Medium rückt nun ein neues Buch in den Mittelpunkt: Der Historiker Dr. Oliver Siebisch hat die für den teilautonomen Saarstaat produzierte Kinowochenschau erstmals umfassend wissenschaftlich untersucht. Entstanden ist der Band „Die saarländische Kinowochenschau. Ein Medium der Regierung des Saarlandes 1949–1956“, ein Kooperationsprojekt der Union Stiftung mit dem Saarländischen Rundfunk.

Wochenschauen zählten in der Nachkriegszeit zu den zentralen audiovisuellen Nachrichtenquellen. Woche für Woche liefen die kurzen Filmberichte vor dem Hauptfilm über die Leinwände der Lichtspielhäuser und erreichten so ein breites Publikum. In einer Zeit ohne flächendeckendes Fernsehen prägten sie das Verständnis von Politik, Gesellschaft und Alltag ganz erheblich.

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Die zwischen 1949 und 1956 produzierte „Saarländische Wochenschau“ fällt in eine politisch besonders aufgeladene Phase. Eng verbunden war sie mit den Regierungen der Ministerpräsidenten Johannes Hoffmann und Hubert Ney. Als staatsnahes Medium sollte sie der Bevölkerung den Regierungskurs nahebringen und die öffentliche Meinungsbildung im Sinne der damaligen Saarpolitik lenken.

Doch der Wert dieser Aufnahmen reicht weit über ihre einstige politische Funktion hinaus. Sie bilden gewissermaßen das Bewegtbildgedächtnis des teilautonomen Saarstaates. Festgehalten sind Ereignisse aus Politik und Kultur, aus Wiederaufbau und Wirtschaft, aus Gesellschaft, Religion, Mode und Sport – vieles davon in keiner anderen filmischen Form überliefert.

Siebisch, Historiker und Referent der Union Stiftung, hat den erhaltenen Bestand ausgewertet und in die Wochenschauforschung eingeordnet. Sein Buch verbindet die historische Darstellung mit einer Analyse von Inhalt, Funktion und politischer Ausrichtung. Zahlreiche Standbilder aus dem originalen Filmmaterial machen das Beschriebene anschaulich.

Damit schließt der Band eine Lücke in der regionalen wie nationalen Mediengeschichtsschreibung und öffnet den Blick auf ein bislang kaum bekanntes Kapitel der saarländischen Nachkriegsgeschichte. „Wir freuen uns“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Union Stiftung, JR Hans-Georg Warken, „mit der Veröffentlichung dieses Buches einen weiteren Beitrag zur Erforschung der saarländischen Zeitgeschichten einer interessierten Leserschaft zugänglich machen zu können. Mit dem historischen Filmmaterial wird ein Thema aufgegriffen, das besonders geeignet ist, für das Saarland identitätsstiftend zu wirken.“

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Das Buch erscheint gebunden und mit Schutzumschlag. Es ist ab sofort bei der Union Stiftung erhältlich und kann zum Preis von 14,90 Euro über die Homepage der Stiftung unter www.unionstiftung.de/publikationen erworben werden.

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