Symbolbild
Anzeige

Für schwere Elektro-Lkw wird das Netz an Ladepunkten in Deutschland spürbar dichter. Nach aktuellen Zahlen des Energieverbands BDEW können E-Lkw hierzulande mittlerweile auf rund 790 öffentliche Ladestandorte zurückgreifen – ein Wert, der in nur wenigen Jahren aufgebaut wurde und die rasante Dynamik dieses jungen Marktes zeigt.

Die Erhebung stützt sich auf Daten der App eTrucker, die von Logistikunternehmen im Alltag genutzt wird. Ein Detail macht die Angaben besonders belastbar: Die Standorte wurden nicht bloß gemeldet, sondern durch reale Ladevorgänge vor Ort überprüft. Erfasst sind dabei sowohl eigens für Lastwagen ausgelegte Ladepunkte als auch Ultraschnelllader an Pkw-Ladehubs, die sich aufgrund ihrer Zugänglichkeit und technischen Ausstattung ebenfalls für schwere Fahrzeuge eignen.

Anzeige

Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, bewertet die Entwicklung grundsätzlich positiv, mahnt aber verlässliche Bedingungen an. „Das Ladeangebot für E-Lkw ist ein sehr junger Markt – und entwickelt sich positiv“, sagt sie. Die Unternehmen des Lademarktes hätten früh und in erheblichem Umfang in den Aufbau investiert.

Damit der Ausbau weiter an Tempo gewinnt, verweist Andreae auf die Rolle der Politik. Nötig seien nach ihren Worten Investitionssicherheit, ein klarer politischer Kurs, attraktive Finanzierungsmöglichkeiten sowie ein leichterer Zugang zu geeigneten Flächen. Auch beim Eichrecht fordert sie eine praxistaugliche Ausgestaltung, die den Betrieb der Ladeinfrastruktur nicht ausbremst.

Als zentralen Engpass benennt Andreae die Netzanschlüsse. Diese müssten schneller und einfacher werden, denn die Ladeinfrastruktur konkurriere längst mit anderen großen Verbrauchern um die verfügbaren Kapazitäten. Rechenzentren, Großwärmepumpen, Speicher, Elektrolyseure und industrielle Abnehmer stehen dabei im Wettbewerb um dieselben Anschlusspunkte im Netz.

Ergänzend zum bereits vorliegenden Netzanschlusspaket dringt der Verband deshalb auf das angekündigte Verteilnetzpaket, das den Netzausbau wirksam beschleunigen soll. Entsprechende Vorschläge habe der BDEW nach eigenen Angaben bereits ausgearbeitet und vorgelegt. Ob aus den rund 790 Standorten ein flächendeckendes Netz wird, dürfte sich damit weniger an der Nachfrage entscheiden als an der Frage, wie zügig die Leitungen folgen.

Anzeige
💬 Was meinst du dazu?Dein Kommentar
Anzeige
Anzeige

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein