Foto: Stephan Bonaventura
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In der Debatte um das geplante Gewerbegebiet Zunderbaum II und die Ansiedlung des Logistikunternehmens Fiege melden sich Naturschutzbund Saar, Ortsgruppe Homburg, und die Bürgerinitiative Zunderbaum II erneut deutlich zu Wort. Beide Gruppen betonen, dass ihr Widerstand gegen das Vorhaben ungebrochen ist und sie das Verfahren weiterhin kritisch begleiten.

Auslöser für die jüngste Stellungnahme ist die erneute öffentliche Aufmerksamkeit, die das Thema „Fiege-Ansiedlung“ durch Berichte in Presse, Rundfunk und Fernsehen erhalten hat. Nach Einschätzung der Naturschützer könnte dabei der Eindruck entstanden sein, die Bürgerinitiative und die beteiligten Verbände hätten ihren Protest eingestellt. Genau das weisen sie zurück. Man werde weiterkämpfen und im Zweifel auch den Klageweg beschreiten, heißt es aus den Reihen der Initiative.

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Im Zentrum der Kritik steht ein von Fiege in Auftrag gegebenes hydrologisches Gutachten zum Bauvorhaben „Fiege MC Homburg“. Nach eigenen Angaben haben sich die Naturschützer den Zugang zu den Unterlagen erst nach erheblichem Aufwand und unter Berufung auf das Saarländische Informationsfreiheitsgesetz über die Stadt Homburg verschaffen können. Das Unternehmen selbst habe ihnen keinen Einblick gewähren wollen. Nach der Auswertung des sogenannten „Wassergutachtens“ sehen sich die Kritiker in ihren Bedenken bestätigt. Während Fiege bislang nach Darstellung der Initiative davon ausgegangen sei, dass auf dem Gelände kein Grundwasser vorhanden sei, komme das Gutachten zu einem anderen Ergebnis.

Ihre Beurteilung des hydrologischen Gutachtens haben Naturschutzbund und Bürgerinitiative am 15.04.2025 gemeinsam mit einem formellen Einspruch gegen die Erschließung des Gewerbegebiets Zunderbaum II an den Oberbürgermeister der Stadt Homburg als Untere Bauaufsichtsbehörde geschickt. Gleichzeitig ging das Schreiben nachrichtlich an das saarländische Umweltministerium, konkret an Monika Berg als zuständige Vertreterin der Obersten Wasserbehörde. Nach Angaben der Initiativen wurde ihnen von der Stadt zugesichert, dass ihre Bewertung des „Wassergutachtens“ zur Stellungnahme an die Firma Fiege und deren Gutachter weitergeleitet wurde.

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Bis heute, so berichten die Naturschützer unter Verweis auf Auskünfte der Stadt, sei jedoch keine Antwort von Fiege oder den beauftragten Gutachtern eingegangen. Vor diesem Hintergrund kritisieren sie, dass die Planungen für das Logistikzentrum aus ihrer Sicht weiter vorangetrieben werden, ohne zentrale Fragen des Grundwasser-, Natur- und Klimaschutzes ausreichend zu klären. „Wir können nicht verstehen, wie hier ein Logistikcenter an den Gesetzen (Grundwasserschutz, Naturschutz, Klimaschutz) vorbei weitergeplant wird“, heißt es in ihrer gemeinsamen Erklärung.

Um ihre Position transparent zu machen, verweisen Naturschutzbund und Bürgerinitiative auf mehrere Schriftstücke, die sie den zuständigen Stellen bereits vorgelegt haben. Dazu zählen der Einspruch gegen die Erschließung des Gewerbegebiets Zunderbaum II an die Stadt Homburg vom 15.04.2025, der auch dem Umweltministerium übermittelt wurde, eine ausführliche Stellungnahme zum Gutachten „Hydraulische Untersuchungen zum Bauvorhaben Fiege MC Homburg“, die mit gleicher Post verschickt wurde, sowie eine Nachfrage bei der Stadt Homburg vom 05.02.2026. Nach eigener Darstellung wollen die Initiativen damit zeigen, dass sie „nichts zu verbergen“ haben und ihre Argumente offen auf den Tisch legen.

Ansprechpartner für Rückfragen ist nach Angaben der Initiativen Gerd Braun von der Bürgerinitiative Zunderbaum II. Für den Naturschutzbund Saar, Ortsgruppe Homburg, zeichnet Vorsitzender Winfried Anslinger verantwortlich. Beide stehen weiterhin für die Position, dass das Vorhaben Zunderbaum II und die geplante Fiege-Ansiedlung einer kritischen Prüfung unter besonderer Berücksichtigung des Grundwasser- und Naturschutzes unterzogen werden müssen.

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