Symbolbild Quelle „Klinikum Saarbrücken“
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Monatelang offene Wunden am Unterschenkel, durchwachte Nächte vor Schmerz und ein Alltag, der sich zunehmend um Verbandswechsel dreht – für Menschen mit einem sogenannten Ulcus cruris, im Volksmund als „offenes Bein“ bekannt, ist das bittere Realität. Das Klinikum Saarbrücken reagiert auf den hohen Leidensdruck dieser Patientengruppe und hat in seinem Gefäßzentrum auf dem Winterberg eine eigene Spezialsprechstunde eingerichtet. Ab sofort können sich Betroffene dort vorstellen, um die Ursache ihrer chronischen Beinwunden gezielt abklären und behandeln zu lassen.

Der Hintergrund: Ein Ulcus cruris entsteht in den meisten Fällen durch Durchblutungsstörungen, sei es auf der venösen Seite – etwa durch Krampfadern oder defekte Venenklappen – oder auf der arteriellen, wie bei der sogenannten Schaufensterkrankheit. Nicht selten liegt eine Kombination beider Probleme vor. Als chronisch gilt eine Wunde, wenn sie nach acht Wochen noch immer nicht verheilt ist. Reine Wundpflege allein reicht in solchen Fällen häufig nicht aus, um eine Heilung in Gang zu bringen. Entscheidend ist vielmehr, die zugrundeliegende Gefäßerkrankung zu erkennen und zu therapieren.

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Genau dort setzt das neue Angebot an. „Viele Patientinnen und Patienten leiden über Monate oder sogar Jahre an schlecht heilenden Wunden, weil die eigentliche Ursache nicht erkannt wird. Mit der neuen Sprechstunde möchten wir genau hier ansetzen: Wir wollen die Ursache frühzeitig identifizieren und die passende Behandlung schnell auf den Weg bringen“, erläutert Chefarzt Dr. Michael Steffen. Sein dreifach zertifiziertes Gefäßzentrum verfügt über die nötige Expertise, um sowohl die Diagnostik als auch die anschließende Therapie unter einem Dach zu bündeln.

Konkret läuft die Sprechstunde so ab: Zunächst erfolgt eine nicht-invasive Untersuchung der Durchblutungsverhältnisse am betroffenen Bein. Ergibt sich daraus weiterer Abklärungsbedarf, wird die weiterführende Diagnostik direkt im Klinikum eingeleitet – ohne lange Wartezeiten oder Überweisungsschleifen. Moderne minimal-invasive Verfahren machen es heute möglich, erkrankte Venen zu verschließen oder verengte und verstopfte Arterien wieder zu eröffnen, was die Heilungschancen der Wunden erheblich verbessert. Für Betroffene wie für die behandelnden Praxen bedeutet das eine spürbare Entlastung.

Die oberärztlich geführte Sprechstunde findet montags und mittwochs jeweils von 8.30 bis 12 Uhr statt. Voraussetzung für eine Vorstellung ist eine Krankenhauseinweisung in die Gefäßchirurgie durch den behandelnden niedergelassenen Arzt. Alternativ können zuweisungsberechtigte Ärztinnen und Ärzte ihre Patienten über die bestehende KV-Ermächtigungssprechstunde anmelden. Bei Fragen steht das Sekretariat des Gefäßzentrums unter der Telefonnummer 0681 963 2921 zur Verfügung.

Mit dem neuen Angebot will das Klinikum Saarbrücken auch die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Medizinern in der Region stärken. Denn gerade bei chronischen Wunden ist ein reibungsloses Zusammenspiel zwischen ambulanter und stationärer Versorgung entscheidend. Das kommunale Haus auf dem Winterberg, das mit 600 Betten zu den großen Maximalversorgern im Südwesten Deutschlands zählt und auch Patienten aus dem angrenzenden Frankreich und Luxemburg versorgt, sieht sich hier in einer besonderen Verantwortung. Mehr als 300 Ärztinnen und Ärzte sowie rund 800 Pflegekräfte kümmern sich dort jährlich um etwa 28.000 stationäre und 60.000 ambulante Patienten.

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Für die Betroffenen, die oft einen langen Leidensweg hinter sich haben, könnte die neue Sprechstunde einen echten Wendepunkt bedeuten: weg von der reinen Symptombehandlung, hin zu einer gezielten Therapie der Ursache – und damit zu einer realistischen Aussicht auf Heilung.

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