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Wer bestimmt die Zukunft der Raumfahrt – staatliche Behörden oder private Unternehmer? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Historiker Rainer Zitelmann in seinem Buch „Weltraumkapitalismus – Privat vor Staat in den Sternen“. Am Montag, 27. April, stellt er sein Werk um 19 Uhr in der Villa Lessing vor. Eingeladen haben die Union Stiftung und die Villa Lessing – Liberale Stiftung Saar gemeinsam zu der Buchvorstellung mit anschließender Diskussion.

Zitelmanns Analyse setzt dort an, wo die große Ära der bemannten Raumfahrt ins Stocken geriet. Nach dem Ende des Apollo-Programms, so die zentrale These, führte das Shuttle-Programm der NASA in eine technologische Sackgasse. Als die Raumfähren 2011 endgültig am Boden blieben, standen die USA ohne eigenes bemanntes Transportsystem da und mussten auf russische Hilfe zurückgreifen, um überhaupt noch Astronauten zur Internationalen Raumstation befördern zu können. Erst Elon Musk und sein Unternehmen SpaceX leiteten einen grundlegenden Paradigmenwechsel ein.

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Das Buch zeichnet den rasanten Aufstieg der privatwirtschaftlichen Raumfahrt nach und legt die strukturellen Schwächen staatlicher Großprojekte offen. Zitelmann argumentiert, dass der Kapitalismus künftig der entscheidende Motor für Fortschritte jenseits der Erdatmosphäre sein wird. Zugleich benennt er ein zentrales Hindernis: Solange Eigentumsrechte auf dem Mond, dem Mars und an Asteroiden ungeklärt bleiben, fehlen wesentliche ökonomische Anreize für private Investitionen.

In Fachkreisen hat die Veröffentlichung bereits Aufmerksamkeit erregt. Mathew Weinzierl, Professor an der Harvard Business School, sieht in dem Werk eine dringliche Botschaft: „Dieses Buch berichtet über das nächste große Thema der Zukunft unserer Wirtschaft, bei dem sich Deutschland sehr beeilen muss, um nicht vollends den Anschluss zu verlieren.“ Am Beispiel der privaten Raumfahrt zeige Zitelmann überzeugend, „warum Unternehmertum der oftmals weit überschätzten staatlichen Industriepolitik überlegen ist“. Auch Hans-Werner Sinn, ehemaliger Präsident des ifo-Instituts, würdigt die Arbeit. Zitelmann gelinge es, „in seiner akribischen Analyse zu zeigen, wie politische Fehlentscheidungen und staatliche Bürokratie zu einer Stagnation in der bemannten Raumfahrt nach dem Ende des Apollo-Programms führten“. Die Raumfahrt sei einer der wenigen Bereiche, in denen zumindest in den USA der Einfluss des Staates zurückgedrängt und stärker auf den Markt vertraut worden sei – entgegen dem weltweiten Trend. „Es ist kein Zufall, dass die Raumfahrt auch der Bereich ist, in dem die größten Fortschritte gemacht wurden“, so Sinn.

Madsen Pirie, Präsident des Adam Smith Institute in London, ordnet das Buch in einen noch größeren Zusammenhang ein. Die grenzenlose Expansion der Menschheit hänge „vom endgültigen Triumph des anarchokapitalistischen Systems ab, das auf unternehmerischer Kreativität beruht, die nicht durch bürokratische Apparate und die Ideologie des Etatismus blockiert wird“. In Zitelmanns Werk erfahre man, warum der Weltraum nicht nur die letzte Grenze der Menschheit sei, „sondern auch die der menschlichen Freiheit“.

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Nach der Buchvorstellung haben die Gäste Gelegenheit, mit dem Autor ins Gespräch zu kommen und die Thesen im Plenum zu diskutieren. Die Veranstalter bitten um vorherige Anmeldung über die Villa Lessing.

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