Quelle: www.homburg.de
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Rund 700 Aktionärinnen und Aktionäre haben sich am Mittwoch im Schaeffler Conference Center in Herzogenaurach versammelt, um über Dividende, Entlastungen und die künftige Besetzung des Aufsichtsrats abzustimmen. Die Hauptversammlung der Schaeffler AG verlief dabei ohne größere Überraschungen: Sämtliche Beschlussvorlagen von Vorstand und Aufsichtsrat erhielten breite Zustimmung. Zum Zeitpunkt der Abstimmungen waren etwa 823 Millionen stimmberechtigte Aktien vertreten – das entspricht rund 87 Prozent des gesamten Grundkapitals.

Georg F. W. Schaeffler, Familiengesellschafter und Aufsichtsratsvorsitzender, richtete sich mit deutlichen Worten an die Anwesenden: „Liebe Aktionärinnen und Aktionäre, wir möchten Ihnen ganz herzlich für Ihre Unterstützung und Ihr Engagement für das nachhaltige Wachstum der Schaeffler-Gruppe danken, insbesondere in diesen herausfordernden Zeiten.“ Die Belegschaft habe im vergangenen Jahr erneut entscheidend dazu beigetragen, dass der Konzern seine Ziele erreichen konnte – mit Leidenschaft, Innovationskraft, Exzellenz und dem Anspruch auf Nachhaltigkeit, so Schaeffler weiter.

Die Aktionäre stimmten der vorgeschlagenen Dividende von 0,30 Euro je dividendenberechtigter Aktie mit großer Mehrheit zu. Bei insgesamt rund 945 Millionen ausgegebenen Anteilen fließen damit etwa 283,5 Millionen Euro an die Anteilseigner. Der verbleibende Bilanzgewinn in Höhe von 91,1 Millionen Euro wird den Gewinnrücklagen zugeführt. Ebenfalls gebilligt wurden die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat, die Bestellung der Abschlussprüfer, der Vergütungsbericht sowie eine Anpassung der Aufsichtsratsvergütung. Letztere trägt der gewachsenen Unternehmensgröße und dem gestiegenen Arbeitsaufwand des Gremiums nach der Fusion mit Vitesco Rechnung.

Personell gab es eine erwartete Weichenstellung: Ulrike Hasbargen wurde als Vertreterin der Anteilseignerseite in den Aufsichtsrat gewählt, ihre Amtszeit läuft bis zur Hauptversammlung 2029. Sie folgt auf Honorarprofessorin Katherina Reiche, die ihr Mandat im April 2025 niedergelegt hatte, nachdem sie zur Bundesministerin für Wirtschaft und Energie berufen worden war. Hasbargen war bereits seit Mai 2025 gerichtlich bestellt und bringt als langjähriges Aufsichtsratsmitglied umfassende Erfahrung mit. Ihre Berufung entspricht dem Kompetenzprofil und der Diversitätsstrategie des Gremiums.

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Vorstandschef Klaus Rosenfeld nutzte seinen Bericht, um ein erstes Fazit nach dem vollständigen Geschäftsjahr seit der Vitesco-Fusion zu ziehen. Die operativen Ergebnisse bezeichnete er als solide. Schaeffler sei dank der breiten Aufstellung mit vier Divisionen und einer starken regionalen Präsenz gut positioniert. Die konsequente Weiterentwicklung der Unternehmensstrategie ziele darauf ab, Schaeffler zum führenden Motion-Technology-Unternehmen zu formen – geprägt von technologischer Führerschaft, Innovationskraft und stärkerer Kundenorientierung. Der Umbau hin zu einer produktorientierten Struktur mit Fokus auf zwölf Fertigungstechnologien bilde das Fundament für bisherige und künftige Erfolge.

Besonderes Augenmerk legte Rosenfeld auf die sogenannte fünfte Division, in der Wachstumsfelder wie humanoide Robotik und das Verteidigungsgeschäft gebündelt werden. Schaeffler verstehe sich als Vorreiter beim Einsatz humanoider Robotik und verfolge in diesem Segment Partnerschaften sowie konzerninterne Start-up-Initiativen, die Innovation und Agilität fördern sollen. „Wir erfinden uns neu, ohne aufzugeben, wofür wir seit Jahrzehnten stehen“, sagte der Vorstandsvorsitzende. Der Konzern setze bewusst auf eine gleichzeitige Kombination aus defensiven und offensiven Strategien – ein Ansatz, der Mut, technologische Kompetenz und Innovationsstärke gleichermaßen verkörpere.

Auch beim Thema Nachhaltigkeit bezog Rosenfeld klar Position. Obwohl manche Stakeholder dieses Feld derzeit weniger im Blick hätten, bleibe es fester Bestandteil der Unternehmensstrategie. Schaeffler halte am Ziel der Dekarbonisierung fest und nehme zugleich gesellschaftliche Verantwortung wahr.

Über das operative Geschäft hinaus präsentierte sich der Konzern als Förderer des wissenschaftlichen Nachwuchses. Schaeffler ist in diesem Jahr Patenunternehmen des bundesweiten Wettbewerbs „Jugend forscht“ und richtet das Finale vom 28. bis 31. Mai am Stammsitz in Herzogenaurach aus. „Mit unserem Engagement für ‚Jugend forscht‘ 2026 wollen wir junge Menschen für Innovation und Technologie begeistern – auch in schwierigen Zeiten –, Wissen weitergeben, Engagement stärken und Zuversicht vermitteln. Deshalb haben wir uns entschieden, die Nachwuchsförderung 2026 durch das Sponsoring dieses nationalen Wettbewerbs zu unterstützen. Wir freuen uns darauf, das große Finale hier in Herzogenaurach vom 28. bis 31. Mai 2026 auszurichten“, erklärte Rosenfeld. Ein Signal, das über den reinen Geschäftsbetrieb hinausreicht und den Anspruch des Unternehmens unterstreicht, gesellschaftliche Impulse zu setzen.

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