Ein Zeckenbiss kann böse Folgen haben.
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Sobald die Temperaturen steigen, lauert im Grünen eine oft unterschätzte Gefahr: Zecken werden aktiv, und mit ihnen wächst das Risiko, sich mit ernsthaften Krankheiten zu infizieren. Das saarländische Gesundheitsministerium hat deshalb zum Start der warmen Jahreszeit eine umfassende Information zu Schutzmaßnahmen und möglichen Folgen von Zeckenstichen veröffentlicht. Gesundheitsminister Magnus Jung appelliert an alle, die sich gerne in der Natur aufhalten, das Thema nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

„Wer draußen unterwegs ist, soll die Natur sicher genießen können. Mit der richtigen Kleidung, etwas Aufmerksamkeit und einem schnellen Handeln nach einem Zeckenstich lässt sich das Risiko deutlich verringern“, erklärte Jung. Konkret rät das Ministerium dazu, bei Spaziergängen durch hohes Gras, Gebüsch oder Unterholz auf geschlossene Schuhe, lange Hosen und langärmelige Oberteile zu setzen. Helle Stoffe bieten dabei einen zusätzlichen Vorteil, weil die kleinen Spinnentiere darauf schneller ins Auge fallen. Auch zeckenabweisende Mittel können einen ergänzenden Schutz bieten.

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Mindestens ebenso wichtig wie die Vorsorge ist das gründliche Absuchen des Körpers nach jedem Aufenthalt im Freien. Besonders gern setzen sich Zecken an warmen, geschützten Hautstellen fest – in den Kniekehlen, an den Leisten, unter den Achseln, am Hals, am Haaransatz und hinter den Ohren. Wer eine Zecke entdeckt, sollte sie so schnell wie möglich entfernen. Am besten gelingt das mit einer Pinzette oder einem speziellen Entfernungsinstrument: Die Zecke wird hautnah am Kopf gefasst und langsam herausgezogen, ohne den vollgesogenen Körper zu quetschen. Danach empfiehlt es sich, die Einstichstelle zu desinfizieren und in den folgenden Tagen aufmerksam zu beobachten.

Ein Arztbesuch ist dann geboten, wenn sich die Zecke nicht vollständig lösen lässt oder wenn in den Tagen und Wochen nach dem Stich Beschwerden auftreten. Als besonders auffälliges Warnsignal gilt die sogenannte Wanderröte – eine ringförmige Hautrötung, die sich um die Einstichstelle ausbreitet. Doch auch allgemeinere Symptome wie Kopf- und Muskelschmerzen, Fieber oder anhaltende Abgeschlagenheit können auf eine Infektion hindeuten und sollten medizinisch abgeklärt werden.

Die beiden bedeutsamsten Krankheiten, die Zecken in Deutschland übertragen, sind die Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME. Borreliose wird durch Bakterien verursacht und kommt landesweit vor. Neben der Wanderröte als typischem Frühzeichen können im weiteren Verlauf Fieber sowie Muskel- und Gelenkbeschwerden auftreten. In selteneren Fällen sind auch das Nervensystem, die Gelenke oder das Herz betroffen. Eine Impfung gegen Borreliose existiert derzeit nicht – umso wichtiger ist die rasche Entfernung der Zecke, denn die Übertragung der Bakterien braucht in der Regel mehrere Stunden.

Anders verhält es sich bei FSME: Hier handelt es sich um eine Virusinfektion, die in schweren Fällen Entzündungen der Hirnhäute, des Gehirns oder des Rückenmarks auslösen kann. Der Krankheitsverlauf zeigt sich häufig in zwei Phasen – zunächst mit grippeähnlichen Beschwerden, später möglicherweise mit neurologischen Symptomen. Gegen FSME steht allerdings eine wirksame Schutzimpfung zur Verfügung. Die Ständige Impfkommission empfiehlt sie allen Personen, die sich in ausgewiesenen Risikogebieten aufhalten und dort durch Aktivitäten im Freien mit Zecken in Kontakt kommen können. Das gilt ebenso für Reisen in Risikogebiete außerhalb Deutschlands.

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Für das Saarland ist nach aktuellem Stand ausschließlich der Saarpfalz-Kreis als FSME-Risikogebiet eingestuft. Wer dort lebt, arbeitet oder regelmäßig seine Freizeit verbringt, sollte den eigenen Impfstatus überprüfen und gegebenenfalls mit dem Hausarzt über eine Grundimmunisierung sprechen. Für alle anderen Regionen des Saarlandes bleibt die Borreliose-Prävention durch Kleidung, Körperkontrolle und schnelles Entfernen der Zecke das wichtigste Mittel im Kampf gegen die Folgen eines Stichs.

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