(v. l. n. r.) Bürgermeister Manfred Rippel, Oliver Reis (Hochbau), Claudia Ohliger (Leiterin Baubetriebshof), Laura Drumm (Vereinsvorsitzende „Haus der Tauben Homburg e.V.“), Beigeordnete für Jugend, Nachhaltigkeit und Tierschutz Nathalie Kroj sowie Doris Schwarz (Verein „Haus der Tauben Homburg e.V.“) Foto: Julie Jager
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Ein umgebauter Bauwagen auf dem Gelände des Baubetriebshofs ist seit kurzem das neue Zuhause für bis zu 90 Stadttauben in Homburg. Was pragmatisch klingt, markiert das Ergebnis eines langen Ringens um eine tierschutzgerechte Lösung – und einer Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und ehrenamtlichem Engagement, die über eineinhalb Jahre hinweg auf die Probe gestellt wurde.

Der Hintergrund: Am Homburger Bahnhof hatte jahrelang ein Taubenschlag existiert, den der Verein „Haus der Tauben Homburg e.V.“ betreute. Ende 2024 kündigte die Deutsche Bahn den Standort. Was folgte, waren zähe Verhandlungen, die letztlich ohne Einigung blieben. Stadt und Verein entschieden sich daraufhin, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Im September 2025 wurde ein ausrangierter Bauwagen auf das städtische Gelände am Baubetriebshof gebracht, in unmittelbarer Bahnhofsnähe. Seitdem haben die Vereinsmitglieder ihn Stück für Stück zu einem funktionalen, artgerechten Unterschlupf ausgebaut.

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Bei der offiziellen Einweihung am 20. April waren neben Bürgermeister Manfred Rippel auch die Beigeordnete für Jugend, Nachhaltigkeit und Tierschutz, Nathalie Kroj, die Leiterin des Baubetriebshofs Claudia Ohliger sowie Oliver Reis aus der Hochbauabteilung vor Ort. Den Verein vertraten die Vorsitzende Laura Drumm und Doris Schwarz. Kroj unterstrich die Bedeutung des Projekts: „Solche Projekte zeigen, wie gut Tierschutz in der Praxis funktionieren kann, wenn alle an einem Strang ziehen, aber auch, wie langwierig der Weg zu einer Lösung sein kann. Ohne das enorme Engagement und Vertrauen des Vereins wäre das so nicht möglich gewesen.“

Blick in den Innenraum des neuen Taubenschlags: Der umgebaute Wohnwagen wurde mit viel ehrenamtlichem Engagement funktional und artgerecht ausgestattet.
Foto: Julie Jager

Der neue Taubenschlag ist ein echtes Gemeinschaftswerk. Während der Verein den Umbau des Bauwagens übernahm, stellte der Baubetriebshof das Gelände zur Verfügung und packte beim Ausbau mit an. Die Hochbauabteilung begleitete die Planung und unterstützte finanziell – sowohl beim Materialkauf als auch bei der Anschaffung des Wagens selbst. Vereinsvorsitzende Laura Drumm beschrieb die Zusammenarbeit als entscheidenden Faktor: „Wir wollten einen Ort schaffen, an dem sich die Tauben wirklich wohlfühlen. Dass wir dabei so eng und unkompliziert mit der Stadt – und besonders mit der Beigeordneten Kroj – zusammenarbeiten konnten, hat vieles erleichtert und am Ende den entscheidenden Unterschied gemacht.“

In den kommenden Wochen sollen die Tiere schrittweise in ihr neues Quartier umziehen. Danach greift ein bewährtes Konzept, das weit über das bloße Füttern hinausgeht. Die Vereinsmitglieder betreiben ein sogenanntes Populationsmanagement, bei dem echte Taubeneier durch Attrappen ersetzt werden. Auf diese Weise lässt sich die Population tierschutzgerecht kontrollieren, ohne den Tieren zu schaden. Mehr als 1.000 Eier wurden in den vergangenen Jahren bereits ausgetauscht. Verletzte oder kranke Tiere werden zudem medizinisch versorgt.

Der neue Standort am Baubetriebshof ist dabei nur ein Baustein eines größeren Netzwerks. Seit 2025 betreut der Verein auch zwei weitere städtische Taubenschläge – einen auf dem Dach des Forums und einen am Stadtarchiv, dem ehemaligen Rathaus. Schätzungsweise mehr als 100 Tauben nutzen diese beiden Standorte bereits als geschützten Schlaf- und Brutplatz. „Ein gut betreuter Taubenschlag hilft nicht nur den Tieren, sondern auch der Stadt insgesamt“, erklärte Kroj. „Wir schaffen damit eine nachhaltige Lösung, die Konflikte reduziert und das Zusammenleben verbessert.“

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Der Blick richtet sich bereits auf die nächsten Schritte. Gemeinsam entwickeln Beigeordnete und Verein die Idee, die Taubenschläge künftig stärker für Bildungsarbeit zu nutzen. Besuche von Kinder- und Jugendgruppen könnten Wissen über Stadttauben und Tierschutz greifbar vermitteln. Eine erste konkrete Anfrage liegt bereits vor – ein Kindergarten aus der Homburger Innenstadt hat Interesse signalisiert. „Gerade junge Menschen für das Thema zu sensibilisieren, ist uns wichtig. Verständnis ist die Grundlage für einen verantwortungsvollen Umgang mit Tieren“, betonte Kroj. Für sie schließt sich damit ein Kreis: Jugend, Nachhaltigkeit und Tierschutz – die drei Säulen ihres Dezernats – finden in diesem Projekt auf ganz praktische Weise zusammen.

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