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Nachrichten aus Homburg

Die umfangreichen Umstrukturierungspläne auf der Chemieplattform im französischen Carling werden im Mittelpunkt einer Sitzung der CSS (commission de suivi de site) stehen, zu der die Präfektur am Donnerstag nach Carling eingeladen hat. An der Sitzung der Kommission zur Überprüfung der Chemieplattform wird, wie im Vorjahr auch, der saarländische Umweltminister Reinhold Jost teilnehmen. „Die Kommission ist für uns als direkte Informationsquelle für Umweltbelange der Chemieplattform sehr wichtig. Denn hier können wir für unsere saarländischen Interessen eintreten“, so Jost. 

Angesprochen werden muss aus Sicht des Ministers unter anderem das im Rahmen des Projektes „Ambition Carling 2016“ anstehende Genehmigungsverfahren für den Bau einer Polypropylen-Produktionsanlage (PPC). Bei der geplanten Anlage handelt es sich um zwei Produktionslinien zur Herstellung von Polypropylen-Verbundwerkstoffen (so genannte Polypropylen-Compounds). Diese Verbundwerkstoffe werden zum Beispiel von der Automobilindustrie verwendet und dort in der Zukunft als sehr leichte und damit verbrauchsreduzierende Materialien zunehmend Einsatz finden. Bei der Herstellung der Polypropylen-Verbundwerkstoffe handelt es sich nicht um einen chemischen Prozess im eigentlichen Sinne, sondern eher um einen Mischvorgang. Laut der nicht technischen Zusammenfassung werden die möglichen Staubemissionen  durch Filtersysteme auf dem neuesten Stand der Technik bereinigt werden.

Nach Informationen der Firma Total wurde der Antrag zum Betrieb einer PPC-Fertigungsanlage zwischenzeitlich von der Präfektur angenommen. Das eigentliche Genehmigungsverfahren und die Beteiligung der Öffentlichkeit können jetzt beginnen. Jost: „Auch an diesem Genehmigungsverfahren möchten wir beteiligt werden. Für uns ist es wichtig, mögliche Folgewirkungen auf alle Umweltbereiche sowie Auswirkungen durch Unfälle und Störfälle bewerten zu können. Eine gute Blaupause für das anstehende Verfahren ist für uns bereits die Beteiligung an der öffentlichen Anhörung zum Bau der Fertigungsanlage für C4-Harze. Nach dem Motto „Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit“ erwarten wir eine angemessene Anhörungsfrist für die Bürger im Warndt und regen erneut eine Informationsveranstaltung der französischen Akteure im Saarland sowohl für die Räte, als auch für die Bürgerinnen und Bürger an. Unser Ziel ist auch hier, den Betroffenen im Saarland die Informationsbeschaffung zu dem Vorhaben zu erleichtern und für Aufklärung zu sorgen, damit sich alle Interessierten ein eigenes Bild machen können“, so der Umweltminister.

Im Genehmigungsverfahren für den Bau der C4-Anlage sei zwar eine der zentralen Forderungen des saarländischen Umweltministeriums, die verbindliche Stilllegung des Steamcrackers, erfüllt worden. Damit sei das Thema aber nicht ad acta gelegt . „Uns interessiert nun natürlich die dem Unternehmen auferlegte Umweltüberwachung der Luftqualität, welche Schadstoffe und Messmethoden angewendet werden und ob es möglich wäre, die Messungen auf saarländisches Gebiet auszuweiten. Unsere Messstationen mit entsprechender Infrastruktur würden wir gerne für dieses Messprogramm zur Verfügung stellen“, so Jost.

Informationen erwartet der Minister auch zur Überwachung der Auswirkungen der wässrigen Ableitungen, speziell auch die Ableitung von Lithiumhydroxid, in die Rossel. Hier wurde eine saarländische Mitarbeit am Messprogramm bereits angeregt.

Hintergrund:

In der Kommission CSS sind die für Carling relevanten Behörden, französische Gemeinden und die Unternehmen der Chemieplattform vertreten. Die Chemieunternehmen müssen in dieser Runde regelmäßig Rechenschaft ablegen über ihre Aktivitäten und Planungen sowie über die von ihren Anlagen ausgehenden Umweltauswirkungen. Von saarländischer Seite sind neben dem Umwelt- und dem Innenministerium die Stadt Völklingen und die Gemeinde Großrosseln mit dabei. Die anderen betroffenen Kommunen aus dem Saarland können sich bei den Treffen zur Vor- und Nachbereitung der Sitzungen, zu denen das Umweltministerium einlädt, einbringen.

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