Bis zu 125.000 Arbeitsplätze könnten der deutschen Automobilindustrie bis 2035 verloren gehen – aktuelle Berechnungen des Verbandes der Automobilindustrie zeichnen ein düsteres Bild. Für das Saarland, das wie kaum ein anderes Bundesland von der Automobil- und Zulieferbranche abhängt, wiegt diese Prognose besonders schwer. Die CDU-Landtagsfraktion fordert angesichts der Zahlen ein entschlossenes Gegensteuern auf allen politischen Ebenen.
Dr. Christopher Salm, wirtschafts- und arbeitsmarktpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im saarländischen Landtag, ordnete die Entwicklung am 21. Mai unmissverständlich ein: „Die neuen Zahlen sind ein Alarmsignal für Deutschland und ganz besonders für das Saarland.“ Es gehe nicht um eine abstrakte Branchenstatistik, sondern „über Familien, Betriebe, Zulieferer und ganze Regionen“, betonte Salm. Gerade an der Saar müssten deshalb „alle Warnlampen angehen“.
Der CDU-Politiker sieht die Ursachen für den drohenden Beschäftigungsabbau nicht allein im technologischen Wandel. Die eigentliche Gefahr entstehe dort, wo politische Entscheidungen den Strukturwandel durch Überregulierung und mangelnde Wettbewerbsfähigkeit der Standortbedingungen zusätzlich verschärften. Salm richtete seinen Blick dabei ausdrücklich nach Brüssel: Auf EU-Ebene brauche es mehr Flexibilität und Pragmatismus, statt immer neue Regulierungsschleifen aufzubauen.
Gleichzeitig nahm er die Bundespolitik in die Pflicht. Deutschland müsse in Brüssel mit einer klaren, einheitlichen Stimme auftreten und den in der Koalition vereinbarten Kurs der Technologieoffenheit konsequent durchsetzen. Dass die SPD sich diesem Weg sowohl auf Bundesebene als auch im Saarland lange verweigert habe, bezeichnete Salm als „großen Fehler“ – ein Vorwurf, der im Autoland an der Saar besonderes Gewicht hat.
Mit Blick auf die Landespolitik formulierte der Abgeordnete einen konkreten Forderungskatalog: bessere Rahmenbedingungen für Unternehmen, schnellere Genehmigungsverfahren und bezahlbare Energiepreise. Die Landesregierung dürfe nicht nur von Transformation reden, sondern müsse aktiv an den Voraussetzungen arbeiten, unter denen der Industriestandort Saarland eine Zukunft habe.
Die Zahlen des Automobilverbandes treffen das Saarland in einer ohnehin angespannten Phase. Die Region durchlebt seit Jahren einen tiefgreifenden Strukturwandel, bei dem traditionelle Industriezweige unter Druck geraten und neue Geschäftsfelder erst langsam Fuß fassen. Ob die politischen Forderungen der CDU-Fraktion in konkrete Maßnahmen münden, dürfte die landespolitische Debatte in den kommenden Wochen prägen.



















