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Vor einigen Monaten hatte Bürgermeister Michael Forster einen Umstrukturierungsprozess eingeleitet, der die offenkundigen strukturellen Mängel in der Verwaltung angehen sollte. Der ist nun abgeschlossen – und bringt neben Zusammenlegungen auch die ein oder andere Kompetenzverschiebung mit sich.

Ein suspendierter Oberbürgermeister, Gerichtsverfahren gegen leitende Verwaltungsmitarbeiter und höchst fragwürdige Auftragsvergaben – als Außenstehender musste man in den vergangenen Jahren den Eindruck gewinnen, dass in der städtischen Verwaltung heilloses Chaos herrscht. Tatsächlich kam auch die Überörtliche Prüfung des Landesverwaltungsamtes im vergangenen Jahr zum Ergebnis, dass im Rathaus viele organisatorische und strukturelle Mängel bestanden. Bürgermeister Michael Forster nahm dies zum Anlass, einen Restrukturierungsprozess anzustoßen, der nun abgeschlossen wurde.

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Dazu hatte Forster eine Stabsstelle Aufbau- und Ablauforganisation eingerichtet, die Missstände abstellen und allgemein für eine schlankere Veraltung sorgen sollte. Das Ergebnis sind zahlreiche Änderungen, was die Ämterorganisation, aber auch die Stellenanzahl betrifft, wie die Stadt HOMBURG1 auf Anfrage mitteilte. Dabei gibt es nicht zuletzt zahlreiche Zusammenlegungen zu verzeichnen. Das betrifft zunächst den Bereich Bauen. Dieser war bisher in die Bereiche Bauen/Umwelt sowie Hochbau unterteilt; im Rahmen der Umstrukturierung wurden beide Ämter in einem Bauamt vereint. Daneben wurden auch die Bereiche Recht und Ordnung sowie Bürgerservice zusammengelegt. Das Personal- und Organisationsamt wurde derweil ins bestehende Hauptamt integriert.

Kompetenzverschiebungen gibt es beim bisherigen Amt für Schule und Sport, das nun unter der Bezeichnung Bildung und Sport firmiert. Was sich zunächst unspektakulär anhört ist mit einer tiefgreifenden Änderung verbunden: Zukünftig gehören nämlich auch die Kindertagesstätten und dabei auch deren Raumbedarfsplanung in die Zuständigkeit dieses Amtes. Zuvor waren diese Bereiche im Amt für Jugend, Soziales und Senioren beheimatet. Wichtig ist diese Umstrukturierung vor allem deshalb, weil nicht wenige Kita-Gebäude in Eigentum der Stadt sind. „Die Verwaltung verspricht sich im Amt durch die bereits gesammelten Erfahrungen mit sehr ähnlichen und zum Teil sogar identischen Fragestellungen im Bereich der Grundschulen deutliche Synergieeffekte“, so die Stadt. Diese Umstellungen haben auch Auswirkungen auf die Zahl der Stellen im Rathaus: Durch die Maßnahmen konnten insgesamt drei Amtsleiterstellen eingespart werden.

Neben den genannten Zusammenlegungen wurden jedoch auch gänzlich neue Organisationseinheiten geschaffen. Dazu gehören die Stabsstellen Beteiligungsmanagement, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit und Kommunale Strategie. Vor allem auf Letztere kommt dabei in kommender Zeit eine verantwortungsvolle Aufgabe zu, denn in der Stabsstelle Kommunale Strategie wird insbesondere der Themenbereich Projektmanagement betreut. Gerade hier haperte es in den vergangenen Jahren, wie der Prüfbericht des Landesverwaltungsamtes mehr als deutlich machte.

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So dringlich dieses Thema auch ist, warnt die Stadt vor zu großen Erwartungen für die nähere Zukunft. „Der Aufbau eines funktionierenden Projektmanagements zum Beispiel, das nun in der Verwaltung implementiert ist, passiert nicht von heute auf morgen: Überhaupt benötigen solche Strukturen Zeit zum Wachsen.“ Umso wichtiger sei es auch, transparente und nachhaltige Strukturen aufzubauen und diese bestmöglich und unter Beteiligung aller betroffenen Abteilungen und Ämter zu erarbeiten und zu kommunizieren. Die Kommunikation soll nicht zuletzt die neue Stabsstelle für Kommunikation und Öffentlichkeit vorantreiben. Diese solle „spürbare Verbesserungen“ in der internen Kommunikation bewirken, wie es aus dem Rathaus heißt.

Doch nicht nur für die interne Organisation soll die Umstrukturierung Vorteile bringen. Auch die Bürger sollen profitieren, zumindest im übertragenen Sinne. „In erster Linie war aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger mit der Neuorganisation der Verwaltung verbunden, dass diese neues Vertrauen in die im Rathaus geleistete Arbeit entwickeln können“, so die Stadt. Dass das wohl ein äußerst mühsamer Prozess werden wird, dürfte auch den Beteiligten im Rathaus klar sein. Einige Jahre ohne größere Skandale wird es dafür mit Sicherheit benötigen.

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